Elternfragen

Uta Reimann-Höhn

Ihre Fragen zur Schule und zum Lernen

Liebe Eltern,

es gibt tausende von Fragen, wenn das eigene Kind in der Schule Schwierigkeiten hat. Seit vielen Jahren berate ich Eltern und fördere Kinder. Ich weiß wirklich, welches Leid schlechte Noten und mangelhafte Leistungen in Familien erzeugen können. Meistens geht es um die mangelhaften Leistungen der Kinder, um schlechte Noten oder ungerechte Lehrer. Manche Eltern fühlen sich überfordert und brauchen etwas Beistand.

Lesen Sie einfach mit

Einige Fragen stelle ich hier auf www.reimann-hoehn online, da sie für viele Leser interessant sind. Namen sind immer geändert, die geschilderten Beispiele sind immer echt. Wenn Sie eine Frage an mich haben, beantworte ich diese gerne über info@lernfoerderung.de sobald es mir meine Zeit erlaubt.

Antworten finden Sie auch in meinen Büchern oder in dem Elternberater Lernen und fördern mit Spaß!, den ich seit 2006 als Chefredakteurin betreue.

Alle meine Informationen gebe ich in Form von regelmäßigen Beiträgen hier und auf www.lernfoerderung.de gerne kostenlos weiter. In meinem Shop können Sie weiterführende Materialien oder Fachbücher erwerben.

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10 Tipps für eine optimale Lernförderung mit Ihrem Kind

Sie begleiten Ihr Kind seit dem ersten Schultag und verfolgen seine Fortschritte mit Interesse und Begeisterung. Vielleicht bemerken Sie kleine Irritationen. Es hapert beim Einmaleins, Ihr Kind liest nicht flüssig, macht viele Rechtschreibfehler und benimmt sich auffällig. Verständlicherweise sind Sie verunsichert, wenn Sie ein Lernproblem bei Ihrem Kind feststellen. Was nun?

1. Nehmen Sie Kontakt zu den Lehrkräften auf

Die meisten Lehrer sind dankbar, wenn Eltern frühzeitig auf sie zukommen. Bevor Sie im Internet nach Arbeitsblättern suchen oder verzweifelt eine Lernförderung oder Nachhilfe suchen, sollten Sie zunächst unbedingt ein Gespräch mit dem Lehrer Ihres Kindes vereinbaren. Schließlich ist es Aufgabe der Schule, beginnende Schulprobleme zu erkennen und geeignete Fördermaßnahmen einzuleiten. Schulstress kann nämlich krank machen.




Lehrergespräche zu führen ist nicht ganz einfach, deshalb finden Sie dazu einige Hilfen bei www.lernfoerderung.de. Bitte lassen Sie den Lehrer zunächst seine Sicht der Dinge schildern. Sie selbst haben nur Einblick in das Lernen Ihres Kindes. Der Lehrer sieht es aber im Vergleich zu seinen Klassenkameraden und empfindet die von Ihnen geschilderte Wissenslücke möglicherweise als nicht so dramatisch. Vielleicht können Sie sich dann schon zu Beginn des Gesprächs entspannt zurücklehnen. Bringen Sie dann Ihr konkretes Anliegen vor. Sicherlich kann er Ihnen wertvolle Übungstipps für die Lernförderung geben, auch wenn er selbst zusätzliches Training nicht für nötig hält.

Panorama aus vielen bunten Kinderhnden2. Zuhause sinnvoll das Lernen fördern

In einem Gespräch mit dem Lehrer Ihres Kindes haben Sie momentan bestehende Problemfelder besprochen. Wie können Sie jetzt zu Hause am besten anfangen, diese zu beheben? Grundschüler verstehen selten, wenn wir Erwachsenen davon sprechen, dass es wichtig ist, in der Schule gut zu sein, um sich eine erfolgreiche Zukunft sichern. Sie lernen vielmehr für die Eltern und/oder den Lehrer. Lernförderung ist also das Anliegen der Eltern.

Versuchen Sie, Ihre Gefühle nicht mit den Leistungen Ihres Kindes zu koppeln. Damit entmutigen Sie es und geben ihm im schlimmsten Fall das Gefühl, es weniger liebzuhaben. Wenn Ihr Kind Ihnen niedergeschlagen seine Arbeit zeigt, reagieren Sie also bitte nicht mit „Jetzt bin ich aber enttäuscht, dass du schon wieder nur eine Drei mitbringst.“. Zeigen Sie Ihrem Kind vielmehr, dass Sie es auch bei Misserfolgen begleiten und sagen Sie etwa „Es tut mir Leid für dich, dass es trotz des Übens nicht so gut geklappt hat. Was könnten wir in Zukunft noch tun?“. .

Geduld und Einfühlungsvermögen3. Legen Sie die Übungszeit für die Lernförderung fest!

Nur regelmäßiges Zusatztraining wird zu einer Verbesserung Ihres Kindes führen. Deshalb ist es wichtig, dass Sie mit ihm eine feste Übungszeit vereinbaren. Sinnvoll ist es, wenn Sie nicht direkt im Anschluss an die Hausaufgaben stattfindet. Lassen Sie Ihrem Kind zunächst eine Pause! Vielleicht passt es auch gut in seinen Lernrhythmus, wenn Sie sich erst abends wieder hinsetzen? Achten Sie darauf, dass Sie einen Zeitrahmen von etwa 30 min bei Erst- und Zweitklässlern einhalten und bei Dritt- und Viertklässler 45-60 min nicht übersteigen.




Bei aller Konsequenz im Zeitplan sind natürlich Ausnahmen möglich, wenn Ihr Kind beispielsweise eine Klassenarbeit geschrieben hat und müde nach Hause kommt oder wenn es nach einer Krankheit noch sehr schlapp ist.

4. Erstellen Sie einen Lernkalender!

Nehmen Sie einen leeren Kalender und verteilen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind die nötigen Übungsformen auf die Wochentage, z. B. am Montag Diktatübungen, Dienstag und Donnerstag Einmaleinsübungen und täglich 10 min Lesetraining. Notieren Sie auch die wann Klassenarbeiten anstehen, sofern diese angekündigt werden. Tragen Sie ebenfalls die Ferientermine ein und reduzieren Sie das Übungspensum an diesen Tagen entsprechend. Hängen Sie diesen Lernkalender dann gut sichtbar an die Pinnwand oder den Kühlschrank. So bekommt das häusliche Training eindeutig Ernstcharakter.

5. Richten Sie den Arbeitsplatz her!

Fragen Sie Ihr Kind vor der Übung, welche Materialien es heute benötigt. Nur diese sollen dann auf dem Schreibtisch liegen. Somit verhindern Sie Ablenkungen und es geht keine Zeit verloren, wenn Ihr Kind plötzlich noch nach dem Lineal suchen muss.

6. Diskutieren Sie mit Ihrem Kind, aber in Maßen!

Lassen Sie während des Übens so oft es geht Ihr Kind erklären, wie es beispielsweise zum fehlerhaften Ergebnis einer Textaufgabe gekommen ist. Auch bei einer Legasthenie ist es wichtig, die Herleitung der Schreibweise zu kennen. So erfahren Sie Nützliches über die Denkweise und Fehlerquellen Ihres Kindes. Bieten Sie ihm keine fertigen Lösungen an, sondern lassen Sie sich bei Ihren Erklärungen immer wieder von ihm unterbrechen. Diskutieren Sie über Lösungen, lehnen Sie falsche Lösungswege aber deutlich ab!

7. Setzen Sie Lob maßvoll ein!

Lob ist förderlich für eine positive Lerneinstellung Ihres Kindes. Da es sich aber freiwillig dazu entschieden hat, zusätzlich zu üben, ist es nicht nötig, es jedes Mal dafür zu loben. Ansonsten gewöhnt es sich an ihre ständige Bestätigung und überschätzt sich. Kommt das Lob dann einmal nicht, reagiert Ihr Kind verunsichert und entwickelt kein selbstständiges Selbstvertrauen.




Wenn Ihr Kind am Monatsende seinen bunt angemalten Lernkalender betrachtet, wird es allein dadurch schon sehr stolz auf sich sein. Loben Sie es ausdrücklich für seine Mitarbeit im vergangenen Monat! Vielleicht haben Sie am Anfang des Monats auch eine kleine Belohnung vereinbart (z. B. ein Schwimmbadbesuch am Sonntagnachmittag oder ein Eisbecher in der Eisdiele nebenan), die Ihr Kind jetzt bekommt?

8. Peppen Sie das Üben auf!

Sicherlich ist es für den Lernerfolg wichtig, regelmäßig dieselben Übungen durchzuführen, beispielsweise für Rechtschreibregeln, die Legastheniker lernen müssen . Dennoch wird es ab und zu Durststrecken geben, weil die Tagesform Ihres Kindes schwankt. Variieren Sie dann die Übungen! Auch das Schreiben mit Buntstiften statt mit Füller oder auf einen großen Karton statt in das normale Heft wird die Motivation Ihres Kindes steigern! Oder wie wäre es, wenn Sie die Übungsstunde einmal im Festtagsoutfit abhalten? Das Lachen über die Krawatte oder die Hochsteckfrisur wird das Lernen sicherlich beflügeln.


Überprüfen Sie regelmäßig die Erfolge! Sprechen Sie in regelmäßigen Abständen (4-6 Wochen) mit Ihrem Kind über mögliche Veränderungen. Hat es Lob vom Lehrer bekommen oder bessere Klassenarbeiten geschrieben? Wenn sich nichts verändert hat, sollten Sie überlegen, woran es gelegen haben könnte (z. B. zu kurze Einheiten, zu viele unterschiedliche Übungen) und es entsprechend verändern.

selbst9. Besondere Situationen benötigen individuelle Maßnahmen

Rund um die Schule und das Lernen gibt es zahlreiche Besonderheiten, die bedacht werden müssen. Manche Kinder haben eine Teilleistungsschwäche wie Legasthenie oder Dyskalkulie und benötigen spezielle Unterstützung. Hier sind Lerntherapeuten gefragt, die eine spezielle Ausbildung vorweisen können. Auch ADS & ADHS oder Autismus und Asperger belasten eine Familie möglicherweise. Unterstützung und sensible Pädagogen sind wichtig, um der Familie zu helfen. Prüfungsangst und Hochbegabung, Leistungsdruck und Mobbing, ein schwaches Selbstbewusstsein oder Hypersensibilität können eine Schulkarriere schnell bremsen. Über alle diese Themen finden Sie Informationen auf www.lernfoerderung.de.

10. Lassen Sie es gemütlich ausklingen

Gehen Sie nach dem Üben nicht sofort zum Alltagsgeschehen über, sondern nehmen Sie sich noch etwas Zeit für eine gemütliche Viertelstunde bei Kakao und Keksen, bei der sie nicht über die Schule und das Lernen sprechen. Somit zeigen Sie Ihrem Kind Ihre Wertschätzung und Ihr Interesse an seiner Person und nicht nur an seinen Leistungen.