Wie geht Lerntherapie?

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Diplom Pädagogin | Autorin Uta Reimann-höhn

Lerntherapie: Gar nicht so leicht!

In vielen Familien kommt mal der Zeitpunkt, wo die Schule Sorgen macht. Die Noten werden schlechter, das Kind verliert die Motivation und ein schwieriger Teufelskreis aus negativer Erwartungshaltung und negativen Leistungen kommt in Gang. Gar nicht so leicht, hier einen Ausweg zu finden. Doch genau dafür sind Lerntherapeuten da. Bei einem (meist kostenlosen) Beratungsgespräch wird genau hingeschaut. Hier ist Zeit, mit oder ohne Kind, ausführlich über die Situation zu sprechen.
Im Anschluss an diese erste Bestandsaufnahme wird gemeinsam entschieden, wie es weitergehen kann. Denkbar ist ein Testverfahren, um sicher festzustellen, ob eine Teilleistungsstörung wie Legasthenie oder Dyskalkulie vorliegt. Denkbar ist auch, dass nur leichte Probleme zu einer Förderung zu Hause oder einer kurzen Nachhilfe führen.
Natürlich kann sich auch herausstellen, dass ein Kind eine Lerntherapie benötigt. Diese können Eltern dann ganz einfach privat bezahlen und damit direkt starten. Oder die familie versucht, über das örtliche Jugendamt eine Kostenerstattung für eine Lerntherapie zu bekommen. Das ist aufwendig, aber in vielen Fällen auch erfolgreich.
Für eine Kostenübernahme benötigt das Kind
– eine gesicherte Diagnose über Legasthenie oder Dyskalkulie- ein ärztliches Gutachten über das Vorliegen oder Drohen einer seelischen Behinderung
– eine schulische Beurteilung mit Auflistung der bisherigen Fördermaßnahmen
– das letzte Zeugnis
Mit diesen Unterlagen kann dann beim zuständigen Jugendamt ein formloser Antrag auf Übernahme der Kosten für eine Lerntherapie nach KJHG § 35a gestellt werden.
Dann muss abgewartet werden…

Die Kostenübernahme für eine Lerntherapie kann sehr mühsam sein, je nach Bundesland und zuständigem Jugendamt. Auf unserer Facebook-Seite haben sich einige Betroffene dazu ehrlich geäußert.

Muss es den wirklich so schwierig sein Hilfe zu erhalten? Wir sind nun fast 2 Jahre dran und ein Ende ist nicht abzusehen.

– Es ist sehr sehr schwierig. Um nicht zu sagen katastrophal. Traurig, denn es geht um Kinder.

– Ich kämpfe seid Jahren um Hilfe für meinen Sohn zu erhalten, es währe vieles leichter wenn man dies als Krankheit anerkennen würde.

– Ich muss die Lerntherapie meines Juniors leider auch selbst finanzieren traurig alles in dem Staat, denn Kinder sind die Zukunft

– Ich hab es nach einem halben Jahr endlich geschafft! Wir haben es über das Jugendamt genehmigt bekommen! Aber es war ein harter Weg mit vielen Steinen!!!

Unsere Empfehlungen für hilfreiche Bücher rund um das Thema Rechenschwäche / Dyskalkulie: