Übungsdiktat kostenlos

Übungsdiktat für Klasse 3 und 4

Wenn in Deutsch mal wieder ein Diktat zur Überprüfung der Rechtschreibung angekündigt wird, sinkt die Laune vieler Schüler*innen. Auch wenn sie gerne für die Klassenarbeit üben würden, wissen sie meistens nicht, wie das beim Diktat am sinnvollsten geht. Die folgenden Tipps helfen Ihrem Kind dabei, sich auf die nächsten Diktate gut vorzubereiten. Wählen Sie nicht mehr als ein Übungsdiktat pro Tag, um Ihrem Kind nicht die Freude am Lernen zu nehmen.

Anleitung zum Diktate üben

  • Zuerst wird die Überschrift diktiert, dann der Text.
  • Jedes Diktat wird zunächst als Ganzes vorgelesen. Das soll sich Ihr Kind in Ruhe anhören und dabei seinen Stift noch nicht zur Hand nehmen.
  • Dann wird jeweils ein Satz komplett diktiert und danach werden seine einzelnen Bestandteile jeweils einmal diktiert. Dabei sind je nach Alter pro Diktiertext 3 bis 5 Wörter sinnvoll.
  • Nun darf Ihr Kind schreiben. Kann es ein Wort nicht schreiben, soll es eine Lücke lassen. Reicht Ihrem Kind die Pause zwischen den diktierten Satzteilen nicht aus, müssen Sie langsamer vorlesen.
  • Zum Abschluss wird noch einmal der ganze Text diktiert, damit Ihr Kind kleine Fehler oder Lücken noch ausbessern kann.

 

3. Klasse Übungsdiktat Wortfamilie (fahren)

Radfahren auf einem Reifen

Marie, Leons beste Freundin, fährt für ihr Leben gerne Fahrrad. Nun möchte sie das Einradfahren lernen und ihren Großeltern vorführen. Dazu trainiert sie jeden Tag mit ihrem Fahrlehrer, Onkel Frank, einem ehemaligen Rennfahrer. Morgens rollt sie die Abfahrt vor der Schule hinunter, mittags trainiert sie in der Auffahrt zum Parkplatz und abends befährt sie eine kurvige Fahrbahn neben dem Garten. Mittwoch ist es so weit, sie ist fahrbereit. Die Großeltern sind aufgeregt und neugierig. Alles klappt, das Einradfahren wird für Maria ein großer Erfolg.

((87 Wörter))

3. Klasse Übungsdiktat Ableitungen (a-ä, au-äu)

Winter im Wohnwagen

Im Winter ist es im Wohnwagen längst nicht so gemütlich wie in Hoch- oder Reihenhäusern. Bei Regen kommt die Nässe von Außen viel leichter hinein, besonders wenn es auch noch kalt ist. Marlon fängt sich da schnell mal eine Erkältung ein, wenn er nicht aufpasst. Die dunklen, langen Nächte sind am kältesten. Dann träumt Melvin davon, in einem prunkvollen Anwesen mit prächtigen Gemälden und vielen Räumen zu wohnen. Doch wenn er gähnend aufwacht und an seine Freunde in der Wohnwagenkolonie denkt, vergeht dieser Wunsch. Dann zählt er bis 10, schlägt die Augen auf und lächelt den neuen Tag an.

((102 Wörter))

3. Klasse Übungsdiktat Wortfamilien (fliegen)

Rundflug mit Hindernissen

Zum Geburtstag bekommt der Ali von seiner Familie einem Hubschrauberflug geschenkt. Schon früh morgens soll er losfliegen. Kaum ist die Sonne aufgegangen, steht der Junge im Dämmerlicht aufgeregt am Flughafen. Der Abflug ist für acht Uhr geplant, Ali wartet. Der Pilot kommt pünktlich angeflogen, sodass Ali pünktlich einsteigt. Mit lautem Getöse fliegt der Hubschrauber kurz darauf weg. Ali ist überwältigt, besonders als er seine Schule überfliegt. Von so weit oben sieht alles sehr klein aus, sogar der Schulhof und seine Klasse wirken klein wie Fliegen. Plötzlich wird Ali schlecht, der Pilot muss den Flug abbrechen. Es war trotzdem ein tolles Erlebnis.

((105 Wörter))

4. Klasse Übungsdiktat Schärfung (tz)

Guter Schutz bei Gewitter

An einem schwülen Sommerabend blitzt es am Himmel über der Gartenlaube. Kein Wunder, nach der Hitze des Tages. Leonies Hund wird unruhig und sucht Schutz unter der Veranda. Auch Leonie schwitzt plötzlich, obwohl es eben noch angenehm war. Blitze findet sie nicht witzig, sie kann ihren Hund gut verstehen. Auch Oma und Opa versuchen sich zu schützen, ziehen ihre Mützen tief ins Gesicht und verlassen die Veranda. Da ruft Mama an und erklärt: „Keine Sorge, unser Gartenhaus hat einen Blitzableiter, euch kann nichts passieren.“ Dieser Satz beruhigt Leonie und ihre Großeltern. Jetzt fühlen sie sich sicher und gut beschützt.

((103 Wörter))

4. Klasse Übungsdiktat Dehnungen (ie)

Ein Riese im Flieger

In den Ferien fliegt Mia für sieben Tage nach Frankreich. Ihrem lieben Freund Noel schreibt sie schon im Flieger einen ersten Brief. Noel liebt Briefe, er liest sie immer wieder und freut sich jedes Mal tierisch darüber. Mia will ihm sieben Seiten schreiben, damit er sie nicht so sehr vermisst. Jeden Tag einen. Neben Mia sitzt ein riesiger Mann, der sehr griesgrämig aussieht. Mutig fragt sie den Riesen, warum er so schlecht gelaunt ist. Als der erzählt, dass er riesige Flugangst hat, grinst Mia schief. Nun kann sie Noel schon die erste niedliche Geschichte schreiben.

((99 Wörter))

4. Klasse Übungsdiktat Dehnungen (h)

Viel Arbeit für den Tierarzt

Während eines Konzertes bekommt ein Musiker sehr starke Schmerzen im linken Ohr.
Es tut ihm von der Spitze bis zur Muschel weh. Er kann kaum noch stehen oder gehen.
Um ihn dreht sich alles, er setzt sich auf einen Stuhl. Der Geiger muss sich ausruhen. Ein Arzt aus dem
Publikum untersucht ihn und zieht leicht am Ohr. Er murmelt beruhigend: „Alles in Ordnung, Sie brauchen nur Ruhe und Schlaf.“ Dann schaut er auf seine Uhr und sagt: „Jetzt untersuche ich noch einen Uhu, eine Kuh, eine Dohle und ein Fohlen. Der Geiger lacht: „Wer braucht hier eigentlich Ruhe?“

((103 Wörter))

Rechtschreibregeln als Hintergrundwissen zu den Diktaten

Regel 1: Wortfamilien

  • Ein Wort kann aus verschiedenen Teilen zusammengesetzt sein, diese nennt man Wortbausteine.
  • Wortfamilien erkennt man am gleichen Wortstamm. Der Wortstamm ist der zentrale Teil eines Wortes. Beispiel: freundlich, Freundschaft, befreunden
  • Bei manchen Wörtern verändert sich der Wortstamm. Beispiel: ich fahre, er fuhr
  • Signalgruppen sind häufig auftretende einsilbige Klangeinheiten, die mit einem Vokal beginnen und mehr als zwei Buchstaben umfassen. Beispiel: Band – allerhand – Rand

Regel 2: Ableitungen

  • Die Laute -äu- und -eu- sind beim Hören kaum zu unterscheiden, gleiches gilt für -ä- und -e- In der Regel wird ein Wort mit -äu- geschrieben, wenn es ein verwandtes Wort mit -au- gibt. Beispiel: HausHäuser . Dabei gibt es jedoch auch einige Ausnahmen.
  • In der Regel wird ein Wort mit -ä/Ä- geschrieben, wenn es ein verwandtes Wort mit -a/A- gibt. Beispiel: trägttragen
  • Oft wird in der Mehrzahl aus einem a ein ä. Beispiel: LandLänder
  • In der Verkleinerungsform wird aus einem a häufig ein ä. Beispiel: ArmÄrmchen
  • Auch in der Steigerungsform wird aus einem a oft ein ä. Beispiel: starkstärker
  • Um im Auslaut hören zu können, ob es sich um b, p, d, t, k oder g handelt, hilft das Verlängern des Wortes. Beispiel: ZwergZwerge

Regel 3: Schärfung

  • Nach einem kurzen, betonten Selbstlaut (Vokal) folgen meistens zwei Mitlaute (Konsonanten). Beispiel: wissen, Stamm, kennen
  • Nach einem kurzen, betonten Umlaut (ä, ö, ü) folgen ebenfalls meist zwei Mitlaute (Konsonanten). Beispiel: Pässe, Böller, Flüsse 
  • Auch die Mitlaute (Konsonanten) z und k werden nach einem kurzen Selbstlaut (Vokal) meist verdoppelt: z → tz und k → ck. Beispiel: letzter, Ecke
  • Auf einen kurz gesprochenen Selbstlaut (Vokal) können zwei, aber auch drei und mehr Mitlaute (Konsonanten) stehen. Beispiel: Schiff, passt, klatschen

Regel 4: Dehnung

Es gibt verschiedene  Möglichkeiten, die gedehnte Sprechweise eines Selbstlautes (Vokals) zu kennzeichnen:

  • das Dehnungs-h, zum Beispiel in Uhr, lahm, Bohrer
  • das silbentrennende Dehnungs-h, zum Beispiel in sehen, fühlen, gehen
  • die Dehnung des Lautes i mit einem angehängten e, zum Beispiel in fliegen, Miete, Dieb
  • die Dehnung des Lautes i mit einem angehängten h ist selten, die Wörter sind überschaubar: ihm, ihn, ihnen, ihre, ihren, ihres, ihrer, ihresgleichen, ihrerseits
  • Dehnung durch einen Doppelselbstlaut, zum Beispiel bei Boot, Saat, leer