Du hast einen richtig interessanten Praktikumsplatz gefunden und möchtest deine Bewerbung abschicken? Dann lohnt es sich, vorher noch einmal genau hinzuschauen. Denn bei einer Bewerbung fürs Praktikum können kleine Fehler darüber entscheiden, welchen ersten Eindruck du hinterlässt.
Gerade wenn es deine erste Bewerbung ist, musst du natürlich noch kein Bewerbungsprofi sein. Trotzdem gibt es einige typische Fehler bei der Bewerbung fürs Praktikum, die du ganz einfach vermeiden kannst.
Hier kommen die 10 wichtigsten.
1. Du verschickst eine 08/15-Bewerbung
„Hiermit bewerbe ich mich um einen Praktikumsplatz in Ihrem Unternehmen.“
Kann man schreiben. Begeisterung löst dieser Satz allerdings eher selten aus.
Deine Bewerbung sollte zeigen, dass du dich wirklich mit dem Unternehmen und dem Praktikum beschäftigt hast.
Schreibe beispielsweise:
Warum möchtest du genau dort dein Praktikum machen?
Vielleicht interessierst du dich schon lange für den Beruf. Vielleicht findest du ein bestimmtes Produkt des Unternehmens spannend. Oder du möchtest herausfinden, ob ein Beruf zu deinen Stärken passt.
Je konkreter du wirst, desto persönlicher wirkt deine Bewerbung für das Praktikum.
2. Du verwendest für jede Firma dasselbe Anschreiben
Ein Anschreiben erstellen und dann nur den Firmennamen austauschen? Das spart zwar Zeit, ist aber keine besonders gute Strategie.
Jede Bewerbung sollte zum jeweiligen Betrieb passen.
Die Bundesagentur für Arbeit empfiehlt ebenfalls, das Anschreiben für jede Bewerbung neu anzupassen. Besonders wichtig ist, zu erklären, warum du dich gerade bei diesem Unternehmen bewirbst.
Tipp: Informiere dich vorher ein paar Minuten über den Betrieb. Oft findest du auf der Website schon Informationen, die du in deiner Bewerbung aufgreifen kannst.

3. Du schreibst nicht, wann dein Praktikum stattfinden soll
Ein erstaunlich einfacher, aber wichtiger Punkt.
Ein Unternehmen muss wissen:
- wann dein Praktikum beginnt,
- wann es endet,
- wie lange es dauert und
- ob es sich beispielsweise um ein Schulpraktikum handelt.
Schreibe den Zeitraum deshalb deutlich in deine Bewerbung.
Zum Beispiel:
„Im Rahmen meines Schülerpraktikums möchte ich vom 16. bis 27. März 2027 gerne einen Einblick in den Beruf … erhalten.“
So weiß die zuständige Person sofort, worum es geht.
4. Deine Bewerbung enthält Rechtschreibfehler
Ein Tippfehler wird vermutlich nicht deine gesamte Zukunft ruinieren. Viele Fehler wirken allerdings schnell nachlässig.
Besonders ungünstig sind Fehler beim Namen des Unternehmens oder der Ansprechperson.
Lies deine Bewerbung deshalb nicht nur einmal durch.
Noch besser: Lass sie von einer zweiten Person kontrollieren. Eltern, LehrerInnen, FreundInnen oder Geschwister entdecken manchmal Fehler, die du selbst schon fünfmal überlesen hast.
5. Du nennst die falsche Ansprechperson
Du kopierst eine alte Bewerbung, änderst den Firmennamen – und oben steht noch:
„Sehr geehrte Frau Müller …“
Dabei geht die Bewerbung an Herrn Schneider.
Das ist ein klassischer Copy-and-paste-Fehler.
Wenn in der Praktikumsanzeige eine Ansprechperson genannt wird, solltest du diese auch direkt anschreiben.
Kennst du keine Ansprechperson, kannst du auf der Website des Unternehmens nachsehen oder kurz dort anrufen und nachfragen.
Das zeigt gleichzeitig Eigeninitiative.
6. Du behauptest einfach, dass du „teamfähig und motiviert“ bist
Fast alle BewerberInnen schreiben Sätze wie:
„Ich bin zuverlässig, motiviert und teamfähig.“
Das Problem: Behaupten kann das jede Person.
Viel überzeugender sind kleine Beispiele.
Statt:
„Ich bin teamfähig.“
könntest du beispielsweise schreiben:
„In der Schule arbeite ich besonders gerne an Gruppenprojekten und übernehme dabei häufig die Organisation der Aufgaben.“
Damit bekommt deine Stärke plötzlich einen konkreten Inhalt.
7. Dein Lebenslauf ist unübersichtlich
Du hast vielleicht noch keine Berufserfahrung. Das ist bei einer Bewerbung für ein Schülerpraktikum vollkommen normal.
Trotzdem solltest du einen übersichtlichen Lebenslauf erstellen.
Darin können zum Beispiel stehen:
- deine Kontaktdaten,
- deine aktuelle Schule,
- bisherige Schulen,
- besondere Kenntnisse,
- Sprachkenntnisse,
- Computerkenntnisse,
- bisherige Praktika oder Nebenjobs sowie
- passende Interessen und Hobbys.
Bei den Stationen im Lebenslauf wird normalerweise mit der aktuellsten begonnen.
8. Du vergisst wichtige Anhänge
Das Anschreiben ist fertig, der Lebenslauf sieht super aus und du klickst auf „Senden“.
Zehn Sekunden später merkst du:
Der Anhang fehlt.
Passiert schneller, als man denkt.
Zu einer Bewerbung gehören je nach Unternehmen normalerweise unter anderem Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnisse. Auch relevante Bescheinigungen können sinnvoll sein.
Achte außerdem darauf, welche Unterlagen der Betrieb ausdrücklich verlangt.
Bei einer E-Mail-Bewerbung empfiehlt die Bundesagentur für Arbeit, die Dokumente möglichst in einer PDF-Datei zusammenzufassen und eindeutig zu benennen.
Zum Beispiel:
Bewerbung_Praktikum_Lea_Schmidt.pdf
Und ganz wichtig: Öffne die Datei vor dem Abschicken einmal selbst. So merkst du, ob sie tatsächlich funktioniert.
9. Deine E-Mail-Adresse lautet „coolboy2009@…“
Deine private E-Mail-Adresse begleitet dich vielleicht schon seit der fünften Klasse. Für eine Bewerbung sollte sie trotzdem möglichst seriös aussehen.
Eine einfache Variante ist:
vorname.nachname@…
Achte außerdem auf den Text deiner Bewerbungs-E-Mail.
Eine komplett leere Nachricht mit einem PDF-Anhang wirkt wenig persönlich. Schreibe kurz, worauf du dich bewirbst, und weise darauf hin, dass sich deine Bewerbungsunterlagen im Anhang befinden.
10. Du lässt deine Bewerbung komplett von KI schreiben
KI kann dir bei einer Bewerbung fürs Praktikum helfen. Zum Beispiel beim Aufbau, bei Formulierungen oder bei der Suche nach Rechtschreibfehlern.
Aber deine Bewerbung sollte trotzdem nach dir klingen.
Wenn du selbst niemals sagen würdest:
„Mit außerordentlicher Begeisterung verfolge ich die innovativen Entwicklungen Ihres renommierten Unternehmens …“
dann solltest du diesen Satz vermutlich auch nicht in deine Praktikumsbewerbung schreiben.
Nutze KI lieber als Unterstützung: Lass dir Ideen geben, verbessere Formulierungen und kontrolliere anschließend jeden Satz.
Denn spätestens im Vorstellungsgespräch solltest du erklären können, was du geschrieben hast und warum du dieses Praktikum möchtest.
Checkliste: Ist deine Bewerbung fürs Praktikum fertig?
Bevor du auf „Senden“ klickst, geh diese Punkte noch einmal durch:
- Firmenname ist richtig geschrieben.
- Ansprechperson und Anrede stimmen.
- Praktikumszeitraum ist angegeben.
- Ich erkläre, warum ich genau dieses Praktikum möchte.
- Ich erkläre, warum mich dieser Betrieb interessiert.
- Meine Stärken werden möglichst durch Beispiele deutlich.
- Mein Lebenslauf ist aktuell und übersichtlich.
- Zeugnis und verlangte Nachweise sind dabei.
- Alle Dokumente lassen sich öffnen.
- Die Dateinamen sind eindeutig und seriös.
- Meine E-Mail-Adresse wirkt professionell.
- Rechtschreibung und Grammatik wurden kontrolliert.
- Eine zweite Person hat meine Bewerbung gegengelesen.
- Alle Angaben sind ehrlich und passen zu mir.
Eine gute Praktikumsbewerbung muss nicht perfekt sein
Gerade bei deinem ersten Schülerpraktikum erwartet niemand einen Lebenslauf mit zehn Jahren Berufserfahrung.
Viel wichtiger ist etwas anderes: Der Betrieb möchte erkennen, dass du dich wirklich für das Praktikum interessierst, dir bei deiner Bewerbung Mühe gegeben hast und zuverlässig wirkst.
Und genau deshalb lohnt es sich, die typischen Fehler bei der Bewerbung fürs Praktikum zu vermeiden.
Nimm dir vor dem Abschicken noch zehn Minuten Zeit und gehe deine Bewerbung mit der Checkliste durch. Diese zehn Minuten können den Unterschied machen zwischen einer Bewerbung, die schnell überflogen wird – und einer, bei der jemand denkt:
Diese Person möchte ich kennenlernen.