26 Ideen, die Kindern Lust aufs Lesen machen

Immer weniger Kinder lesen gut und flüssig – sie sind einfach nicht motiviert. Das ist ein Problem, denn Lesen ist eine wichtige Kulturtechnik – vielleicht die wichtigste überhaupt. Den größten Teil der ungeheuren Informationsflut, hauptsächlich Zeitungen, Bücher und das Internet, können wir uns nur durch die Fähigkeit des Lesens erschließen. Die folgenden Anregungen können Sie nutzen, um Ihrem Kind Lust am Lesen zu machen.

1. Lesetagebuch

Ein kleines Notizbuch, ein schönes Schulheft oder ein buntes Plakat – hier notiert Ihr Kind mehr oder weniger ausführlich, was es gelesen hat. Ein Lesetagebuch kann sich auf ein einziges Buch beziehen oder auch eine Zeitspanne mit mehreren Büchern dokumentieren. Das Lesetagebuch kann je nach Lust und Können sehr flexibel gehandhabt werden. Mit Zeichnungen und etwas Farbe wird es zu einer schönen Erinnerung.

Eine schöne Erinnerung an ein Buch

2. Lesekiste

Mit der Lesekiste wird ein spezielles Buch intensiv dokumentiert. Ein leerer Schuhkarton (eine andere Kiste geht auch) wird so gestaltet wie das Buch. Das betrifft zum einen die äußere Erscheinung und zum anderen auch das Innenleben. Die einzelnen Kapitel, Figuren und Ereignisse werden kreativ aufgenommen. Anschließend kann das Buch anhand der Lesekiste vorgestellt werden.

Lesekiste
Angesagt: die Lesekiste

3. Leserolle

Ganz ähnlich wie die Lesekiste soll auch die Leserolle ein spezielles Buch aufarbeiten. Als Material dient eine leere Chips Rolle (es gehen auch andere Papprollen). Sie wird bemalt, beklebt oder beschriftet, sodass schon hier der Buchumschlag erkennbar ist. Das Innenleben besteht aus einer Lesebahn, die verschiedenste Aufgaben und Fragen rund um das Buch beinhaltet. Diese Bahn wird aus einer verschieden großen Anzahl von den DinA4 Blättern zusammengeklebt, aufgerollt und in der Leserolle verstaut.

4. Lese-Logical

Beim Lese-Logical geht es um kleine Rätsel, Aufgaben und Geschichten, die aus gelesent und gelöst werden sollen. Meistens sind diese Rätsel mit schönen Grafiken versehen, sodass das Lesen nicht so schwer ist und auch schwachen Lesern viel Spaß macht. Sie trainieren das sinnentnehmende Lesen quasi nebenbei, der Schwerpunkt liegt auf der Lösung der Aufgaben.

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5. Lesetipps – Buchtipps

Attraktiv und unterhaltsam aufbereitete Lesetipps können die Motivation zum Lesen fördern. Als kleines Video, eine PowerPoint Präsentation oder ein Plakat können 5-10 verschiedene Bücher einem Kind in Kurzform vorgestellt werden. So fällt es ihm sehr viel leichter, sich für ein Buch zu entscheiden.

6. Lese-Guckloch

Das Lese-Guckloch besteht aus einem kleinen Büchlein (am besten Pappe), das ein rundes Fenster auf der Vorderseite hat Es bietet einen Blick in den Text und zeigt, was dem Kind an diesem Text wichtig ist und wie es ihn bewertet. Das Kind malt in das “Guckloch” eine wichtige Figur, eine Szene oder eine Lieblingsstelle aus dem Buch, nachdem es den Text gelesen, ihn vorgelesen bekommen oder ein Hörbuch gehört hat. Das Bild wird durch einen Satz erklärt. Zudem wird auf der Rückseite eine kurze Meinung zum Text formuliert.
Das Guckloch kann entweder zu einem, nach eigenem Leseinteresse, ausgewähltem Buch oder zu einem vorgegebenen Text gestaltet werden.

Vorderseite des Lese-Gucklochs

7. Lesespuren

Eine Lesespurgeschichte ist eine Art Schnitzeljagd, mit der auf besonders motivierende Weise das genaue Lesen geschult werden kann. Dabei bekommt das Kind nummerierte Textabschnitte, deren Nummern sich ebenfalls auf einem großen Wimmelbild wiederfinden. Es beginnt mit Text-Schnipsel Nummer 1 und sucht dort Schlüsselbegriffe, die es zum nächsten Text-Schnipsel führen.

8. Lesen im Alltag

Überall im Alltag, auch außerhalb der Schule, können Kinder das Lesen üben. Zeichen, Wörter, Slogans und kurze Sätze gibt es auf Plakaten, in Zeitungen, auf Spieleverpackungen oder Lebensmitteln zu entziffern. Je öfter ein Kind dabei Erfolgserlebnisse hat, desto leichter lässt es sich auch zum Lesen eines ganzen Buches überreden.

9. Lesemuffel

Wer nicht gerne liest, hat dazu in der Regel auch einen guten Grund. Vielleicht fällt dem Kind das Entziffern der Wörter einfach noch zu schwer, dann muss es hier unterstützt werden. Bezeichnen Sie ein Kind nicht als leseschwach oder Lesemuffel, sondern betonen Sie die Fähigkeiten, die es schon beherrscht. Liest es einen längeren Satz, so heben Sie einfach hervor, wie viele Wörter es davon schon komplett richtig entziffert hat. Das nennt man positive Verstärkung.

Lesemuffel
Tablet ja, Buch nein

10. Erstlesebuch

Erstlesebücher sind wunderbar dazu geeignet, das Lesen zu trainieren. Sie bestehen aus sehr einfachen Wörtern, möglichst lautgetreu, und vielen Bildern. So gelingt es auch Leseanfängern recht schnell, eine vollständige Geschichte zu lesen. Das Gefühl, ein ganzes Buch gelesen zu haben, wirkt sich sehr positiv auf die Lesemotivation aus.

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11. Lesestufen

Am Anfang des Leselernprozesses lernt ein Kind einzelne, große Druckbuchstaben kennen, etwas später kommen auch die kleinen hinzu. Dann setzt es die Buchstaben zu Silben zusammen, die Silben zu Wörtern und danach die Wörter zu Sätzen. Das sind die Lesestufen. Einfache Sätze gelingen schneller als komplizierte und lange Sätze. Gelingt es einem Kind zunächst nur die Wörter zu entziffern, kann es später auch den Sinn hinter dem Gelesenen verstehen. Dieses sinnentnehmende Lesen ist das Ziel des Leseprozesses.

12. Lesezeiten

Wer mit dem Lesen beginnt oder es verbessern möchte, braucht dazu Zeit und Muße. Ein besonders schöner Leseplatz und natürlich passende Lesezeiten erleichtern das Vertiefen in eine Geschichte enorm. Wenn ein Kind ruhig und entspannt ist, keine dringenden Aufgaben zu erledigen hat und auch gerade keine Freunde treffen möchte, ist ein guter Zeitpunkt zum Lesen. Viele Kinder lassen sich besonders abends vor dem Einschlafen zu motivieren, ein oder zwei Seiten in ihrem Buch zu lesen.

13. Leseheftchen

Für Leseanfänger ist ein ganzes Buch manchmal viel zu dick. Sie haben das Gefühl, niemals solch ein umfangreiches Werk zu bewältigen. Um die Leseschwelle niedrig zu halten, eignen sich Leseheftchen. Manche haben kaum weniger Inhalt als ein Buch, wirken aber nicht so abschreckend.

14. Leseausweis

Sehr ehrgeizige und engagierte Kinder können mit einem Leseausweis motiviert werden. Darauf tragen sie ein, wie viel sie pro Tag oder Woche gelesen haben. Für jedes ausgelesene Buch gibt es einen kleinen Aufkleber als Belohnung. Der Leseausweis kann sich jeweils über ein Schuljahr erstrecken und je nach Alter des Kindes vom Layout her angepasst werden.

15. Lesepass

Auf einem Lesepass werden verschiedene Lesestufen aufgelistet, die von einem Kind nach und nach abgehakt werden dürfen. Im Prinzip richtet sich der Lesepass nach den verschiedenen Lesestufen und ordnet diesen kleinen Texte, Lesehefte und Bücher zu. Der Pass kann sehr schön als Leporello aus einem DinA4 Blatt gebastelt werden. Aber auch andere Formen sind denkbar. Den Lese-Pass können Sie hier als pdf downloaden und ausdrucken.

Lesepass basteln

16. Blitzlesen

Beim Blitzlesen können Kinder Texte sehr schnell erfassen. Diese Methode richtet sich an erfahrene Leser, die besonders Sachtexte oder lange Kinderromane überfliegen möchten, um die Aussage schnell zu erfassen. Dabei erfasst der Blick eine ganze Zeile auf einmal und entziffern nicht Wort für Wort. Diese Technik muss geübt werden, um erfolgreich angewendet zu werden.

17. Entscheide selbst Bücher

In diesen Büchern ist der Ausgang immer anders. Je nachdem, welche Entscheidungen ein Kind trifft, geht die Geschichte auf einer anderen Buchseite weiter und nimmt einen anderen Verlauf. So kann das Kind das gleiche Buch mehrmals lesen und jeder Durchlauf wird ihm etwas leichter fallen.

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18. Lesequiz

Auch beim Lesequiz geht es darum, den Text zu verstehen und Fragen dazu beantworten zu können. Das geht sowohl mit Romanen als auch mit Sachtexten sehr gut. Dem Kind können die Fragen entweder vor dem Lesen eines Buches oder auch erst danach in die Hand gegeben werden. Es wird dazu führen, dass einzelne Stellen erneut angeschaut und das ganze Buch intensiver wahrgenommen wird. Wer alle Fragen richtig beantwortet, sollte eine kleine Belohnung bekommen.

19. Vorlesen

Vorlesen ist eine schöne Motivation, irgendwann selber ein Buch in die Hand zu nehmen. Damit ein Kind Spaß daran hat, sollten Sie in angemessenen Tempo lesen, Pausen einhalten, keine Buchstaben verschlucken, auf Ihre Stimmführung bei den Satzzeichen achten, eine deutliche Aussprache haben und sicher und laut vorlesen.

20. Lese-Aufgabenkarten

Es gibt sehr viele Möglichkeiten mit Leseaufgaben-Karten zu arbeiten. Auf jeden Fall wird ein Stapel mit Aufgaben erstellt, die die Kinder nach dem Lesen dann ausführen müssen. Diese Karten können mit Würfelpunkten versehen und durch Würfeln zugeordnet werden. Die Karten können aber auch einfach in Kreisform gezogen, gelesen und ausgeführt werden. Das letzte Kind bestimmt jeweils den nächsten Lesenden.

Ein Variante sind die Lesekarten, bei denen Texte verschiedenen Bildern richtig zugeordnet werden müssen.

21. Lesevorhang

Ein Lesevorhang macht viel Arbeit, ist aber ein toller Hingucker. Sie benötigen dazu einen durchsichtigen Plastikvorhang mit Einsteckfächern, wie es ihn im Internet zu bestellen gibt. Die Fächer sollten ungefähr die Größe einer Postkarte haben. Lesekarten im Format dieser Steckfächer werden zu den unterschiedlichsten Themen beschrieben und bemalt. Der Vorhang kann im Kinderzimmer, in der Küche, Wohnzimmer oder auch in jedem anderen Raum aufgehängt werden. Jeder darf Karten beschriften und den Lesevorhang damit bestücken.

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22. Ferien-Lesebuch

Wer schon ein bisschen besser im Lesen ist, hat vielleicht Spaß daran, ein Ferientagebuch zu erstellen. Dieses kann dann den Großeltern, den Eltern oder auch den kleineren älteren Geschwistern vorgelesen werden. Beispielsweise, wenn es Abend wird im Urlaub und alle gemütlich bei einem Glas Saft am Meer zusammensetzen.

23. Lesewanderung

Eine Lesewanderung kann ganz vielfältig ausgestaltet sein. Sie verbindet das gemeinsame Wandern mit einem oder mehreren Büchern oder Geschichten, die im Laufe der Wanderung bei Pausen vorgelesen werden. Beispiel: Eine Wanderung zu einer Mühle wird mit dem Buch “Krabat” verknüpft. Hier wird ein teil des Buches vorgelesen, der mit einer Mühle zu tun hat. So bekommen die Kinder entweder Lust darauf, das Buch weiter zu lesen – oder – sie kennen das Buch bereits und erinnern sich an bestimmte Ausschnitte. Wer will, kann auch Rätsel in die Lesewanderung einflechten.

24. Lesenacht

Gemeinsam beim Licht einer Taschenlampe, eingekuschelt in eine warme Decke, mit Freunden spannenden oder gruseligen Geschichten lauschen. So kann eine Lesenacht aussehen, bei der die späte Stunde und die Dunkelheit eine ganz besondere Stimmung erzeugen. Entweder liest ein Erwachsener vor, oder jedes Kind darf aus seinem Lieblingsbuch ein Kapitel (oder die schönsten Stellen) vorlesen. Am nächsten Morgen werden die eigenen Erlebnisse und Gefühle beim Frühstück ausgetauscht.

25. Lieblings-Leseplätze finden

Manchmal ist es nicht leicht, Kinder für das Lesen zu begeistern. Mein eigener Sohn hat nur in der Badewanne Lust am Lesen gehabt. Mit einem spannenden Buch hat er sich ins Wasser gelegt und dort gelesen. Aber es sind natürlich auch andere Lieblings-Leseplätze denkbar: eine Hängematte, eine Deckenhöhle, Mamas Ohrensessel oder die Fensterbank.

26. Lesedosen

Für Leseanfänger wird eine kurze Geschichte oder ein Text in Streifen geschnitten und in eine Dose gesteckt. Jeder Satz steht auf einem Streifen. Die Kinder sollen nun die Streifen (maximal 10) einzeln aus der Dose ziehen, lesen und in die richtige Reihenfolge bringen. Sie können dann auf ein Blatt Papier geklebt und anschließend vorgelesen werden.

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