Leserolle: so machen Bücher noch mehr Spaß

Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Susanne Adler

Auf der Suche nach immer neuen Ideen, wie Schülerinnen und Schüler Spaß am Lesen bekommen, bin ich auf die Leserolle gestoßen. Letztlich geht es ja immer darum ein Buch vollständig durchzulesen. Das fällt Kindern und Jugendlichen zunehmend schwerer, denn immer stärker gewöhnen sie sich an den einfachen Konsum von Filmen und Videos.

Es ist schon mühsam das Lesen zu lernen, besonders wenn man dazu eigentlich weder Zeit noch Lust hat. In Kombination mit einer kreativen Tätigkeit wie der Leserolle sieht das jedoch schon ganz anders aus. Selbst Kinder, die überhaupt nicht gerne lesen, sind für das Malen und Basteln zu motivieren. Eine Leserolle setzt genau da an.

Ziele der Leserolle

  • individuelle Leseprozesse unterstützen und begleiten
  • ein persönlichen Bezug zum Text bekommen
  • das eigene Leseinteresse zu dokumentieren
  • ein Buch zu präsentieren
  • sich einen Text systematisch zu erschließen
  • Spaß an Büchern zu bekommen und sich auf das Lesen einzulassen

Die Leserolle ist also eine Art Begleitung zu der Geschichte des Buches mit pädagogischen Anspruch. Sie verdeutlicht durch eigene Zeichnungen und Basteleien der Kinder, was in der Geschichte passiert und wer daran beteiligt ist. Sowohl die äußere Hülle der Leserolle als auch ihr Innenleben werden von den Kindern vollkommen selbstständig gestaltet. Dabei sind ihrer Kreativität, Fantasie und ihrem Einfallsreichtum keine Grenzen gesetzt.

Eine Leserolle ist vergleichbar mit einer Lesekiste oder einem Buchsteckbrief. Es ist einfach eine andere Form der Verarbeitung von Literatur, eine Motivation. Dabei entscheiden die Kinder selber, wie umfangreich ihre Arbeit ist, welche Fragen sie bearbeiten möchten und wie die Leserolle gestaltet wird.

Das braucht ein Kind für eine Leserrolle

  • eine Papprolle, beispielsweise eine Chips Verpackung (gut wegen des Deckels) oder eine Rolle Haushaltspapier
  • weißes Papier zum Bekleben der Rolle
  • mehrere Blatt DIN-A 4, die aneinander geklebt eine Lesebahn ergeben
  • Filzstifte, Buntstifte, Bleistifte, Kleber und eventuell einen Füller
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Grundschule und weiterführende Schule

Je nachdem um welches Buch es geht und wie umfangreich die Aufgaben sind, können nicht nur Grundschüler sondern auch ältere Kinder und Jugendliche durchaus von der Leserolle profitieren. Die Gestaltung des Außenbereichs und die Anzahl der Blätter im Inneren der Rolle ist je nach Alter sehr einfach zu variieren.

Leserolle
Erst lesen, dann Leserolle basteln

Die äußere Gestaltung der Papprolle

Da die Leserolle eine Art Begleitheft für ein spezielles Buch darstellt, sollte sie auch optisch dem Bucheinband ähneln. Das betrifft sowohl die Figuren und Symbole als auch die Farben und die Schriftarten. Schülerinnen und Schüler bekommen so einen Blick für die Details und machen sich Gedanken darüber, was der Einband über das Buch aussagt. Wichtig: auf jeden Fall müssen auf der Rolle der Titel, der Autor, der Verlag und der Name des Schülers oder der Schülerin genannt werden.

Das Innenleben der Leserolle

In der Regel bekommen die Schülerinnen und Schüler von den Lehrkräften bestimmte Aufgaben gestellt, die sie bearbeiten müssen. Diese einzelnen Aufgaben werden auf den Din-A4 Blätter geschrieben oder gemalt und dann zu einer langen Lesebahn zusammengeklebt. Diese Lesebahn wird aufgerollt und in der Leserrolle verstaut. Bei der späteren Buchvorstellung kann die Leserrolle entrollt und der ganzen Klasse gezeigt werden. Sie dient als Orientierung während des Vortrags.

Eine mögliche Aufgabe für die Leserolle

Welche Aufgaben passt zu Leserolle?

Aus einer großen Vielzahl von Aufgaben sollen sich Schülerinnen und Schüler so viel aussuchen, wie sie bewältigen können. Möglich sind 10-15 Aufgaben, von denen jeder fünf Wahlaufgaben bearbeiten soll. Je nach Alter und Umfang des Buches kann das sehr flexibel gehandhabt werden.

Mögliche Aufgaben sind:

  • erfinde ein neues Ende für dein Buch
  • male ein neues Titelblatt für dein Buch
  • schreibe eine Bewertung des Buches
  • male deine Lieblingsfigur aus dem Buch
  • erkläre, welche Figuren im Buch du selber gerne wärest
  • schreibe einer Person aus dem Buch einen Brief
  • zeichne eine Landkarte, auf der du die wichtigsten Orte des Buches einträgst
  • schreibe der Autorin oder dem Autor einen persönlichen Brief
  • zeichne eine Mindmap über die Handlung
  • erstelle einen Buchsteckbrief
  • schreibe einen Absatz ab, der dir besonders gut gefallen hat
  • schreibe fünf Gegenstände auf, die im Buch eine wichtige Rolle spielen, erkläre jeden mit einem Satz
  • erfinde selber einen Titel für das Buch
  • schreibe eine Inhaltsangabe über das Buch
  • erstelle ein ABCdarium zum Buch
  • erstelle ein Quiz zum Buch

Zeitplan erstellen

Bevor die Arbeit an der Leserolle beginnt, sollte ein Zeitplan erstellt werden. So wissen die Schülerinnen und Schüler genau, welche Aufgabe sie an welchem Tag erledigen. Ein Aufgabenplan von 5 Aufträgen kann auf eine Woche verteilt werden, sodass die Leserolle in einem überschaubaren Zeitrahmen fertig wird.

Vorlagen für die Leserolle

Meistens bekommen die Schülerinnen und Schüler für einige der Aufgaben Vorlagen oder können sich diese im Internet ausdrucken. Auf jeden Fall gilt das für den persönlichen Bewertungsbogen, der in keiner Leserrolle fehlen sollte. Häufig wird auch eine Selbsteinschätzung gefordert, bei der die Schülerinnen und Schüler ihr eigenes Arbeitsverhalten bewerten sollen.

Die fertigen Leserollen sind ein tolles Dokument der eigenen Anstrengung und werden in der Klasse oder Zuhause noch lange aufgehoben. Schauen Sie mal auf dem Dachboden nach, vielleicht liegt dort noch eine Leserolle aus Ihrer eigenen Schulzeit…

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