12 Märchen Merkmale: Das muss man wissen

Wer ein Märchen schreiben will oder wer ein Märchen erkennen muss, sollte die zwölf wichtigsten Märchen Merkmale kennen. Mit diesem Wissen ist es kinderleicht selber gute Märchen zu verfassen. Das kann in der Schule und bei den Hausaufgaben eine wertvolle Hilfe sein. Nicht immer sind im Märchen ALLE 12 Merkmale vorhanden, die meisten aber schon.

Daran erkennt man Märchen

Wie jede Textform haben auch Märchen klar erkennbare Kennzeichen. Es handelt sich bei Märchen meistens um mündlich überlieferte Erzählungen mit unbekanntem Autor*innen. Sie kommen in allen Kulturen vor. Zu den bekanntesten Autoren zählen Wilhelm Hauff und Hans Christian Andersen und die Brüder Grimm, die Sammler von Volksmärchen waren.

1. Märchen Merkmale: Eingangssatz

Fast alle Märchen beginnen mit einer klassischen Redewendung wie „Es war einmal…“, „vor langer Zeit…“ oder auch „in einem fernen Land…“. Wenn eine Geschichte so beginnt stehen die Chancen gut, dass ein Märchen folgt.

Es war einmal mitten im Winter, und die Schneeflocken fielen wie Federn vom Himmel herab. Da saß die junge Prinzessin an dem Fenster und erinnerte sich an ihre Mutter – die Königin, die sie Schneewittchen nannte, da sie weiß wie Schnee war. Aber als Schneewittchen geboren war, starb die Königin.

2. Märchen Merkmale: Handlungsort und -zeit

Die Handlung spielt fast immer in einer erfundenen, fantastischen Welt, zum Beispiel in einem fernen Land oder einem verzauberten Schloss. Es gibt auch keine konkreten Zeit- und Ortsangaben. Alles findet irgendwann und irgendwo statt, sodass es überall sein könnte.

Schneewittchen aber wuchs heran und wurde immer schöner, und als sie sieben Jahre alt war, war sie so schön, wie der klare Tag und schöner als die Königin selbst. Als diese einmal ihren Spiegel fragte: »Spieglein, Spieglein an der Wand – wer ist die Schönste im ganzen Land?« So antwortete er: »Frau Königin, Ihr seid die Schönste hier, Aber Schneewittchen ist tausendmal schöner als Ihr.«

3. Märchen Merkmale: Magie

Magische Sprüche, Reime, Zauberformeln oder Lieder sind Bestandteil fast aller bekannten Märchen. Auch magische Zahlen kommen in vielen Märchen vor. Die sieben Zwerge, der Zauberer mit den 3 goldenen Haaren, die Siebenmeilenstiefel und so weiter.

Da war sie zufrieden, denn sie wusste, dass der Spiegel nicht nur magisch war, sondern immer die Wahrheit sagte.

König und Zauberer

4. Märchen Merkmale: Gut und Böse

In jedem Märchen gibt es gute und böse Figuren, die stets streng voneinander abgegrenzt sind. In der Regel muss die Hauptfigur gegen das Böse kämpfen und gewinnt am Ende.

Über ein Jahr nahm sich der König, der ein sehr guter und sorgsamer Mann war, eine andere Frau. Es war eine schöne Frau, aber sie war stolz und übermütig und konnte nicht leiden, dass sie an Schönheit von jemand sollte übertroffen werden.

5. Merkmale: Wunderbare Fantasiewesen

In Märchen kommen Fantasiewesen vor oder solche, die übernatürliche Kräfte haben, wie Hexen, Zauberer, Zwerge, Drachen oder Magier. Manchmal können sich Menschen in andere Wesen verwandeln oder umgekehrt.

Als es ganz dunkel geworden war, kamen die Herren von dem Häuslein, das waren die sieben Zwerge, die in den Bergen nach Erz hackten und gruben.

6. Märchen Merkmale: Held oder Heldin

Die Held*innen im Märchen, also die Guten, müssen oft schwere Aufgaben bestehen, bevor sie ihr Ziel erreichen und das Böse besiegen. Oft müssen sie eine Reihe von Prüfungen bestehen.

Sie hielt ihnen das Haus in Ordnung. Morgens gingen sie in die Berge und suchten Erz und Gold, abends kamen sie wieder, und da musste ihr Essen bereit sein. Den ganzen Tag über war das Mädchen allein; da warnten es die guten Zwerge und sprachen: »Hüte dich vor deiner Stiefmutter, die wird bald wissen, dass du hier bist, lass ja niemand herein!«

Märchen Merkmale: Hexen

7. Märchen Merkmale: Sprechende Tiere

Tiere, Pflanzen und sogar Dinge sind oft personifiziert haben also eine Persönlichkeit. Sie sind Helfer*innen der Hauptfigur und können sprechen. Dabei haben sie nicht selten charakteristische Eigenschaften, sind klug, stark oder ängstlich.

8. Märchen Merkmale: Namensgebung

Die Hauptfiguren, also Held und Heldin, haben nicht immer einen Namen. Hänsel und Gretel schon, aber Rotkäppchen oder Schneewittchen nicht. Die Nebenfiguren haben nie eigene Namen, sie sind der böse Wolf, der alte König oder die eifersüchtige Stiefmutter.

…die Königin, die sie Schneewittchen nannte, da sie weiß wie Schnee war. Aber als Schneewittchen geboren war, starb die Königin

9. Märchen Merkmale: Gut gewinnt

Das Gute wird am Ende immer belohnt und das Böse wird am Ende immer bestraft. Der Weg dahin ist mit Abenteuern gepflastert.

Da stieß das böse Weib einen Fluch aus, und ward ihr so angst, so angst, dass sie noch ein noch aus wusste. Sie stand vor dem Spiegel voller Hass und Schrecken. Sie konnte das Glück von Schneewittchen nicht ausstehen und fiel tot vor Neid zur Erde.

10. Märchen Merkmale: Schlussformel

In Märchen gibt es meistens bestimmte Schlussformeln. Sie enden oft mit “Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute”.

Sie konnte das Glück von Schneewittchen nicht ausstehen und fiel tot vor Neid zur Erde.

11. Märchen Merkmale: besondere Gegenstände

In vielen Märchen spielen Gegenstände eine wichtige Rolle (z.B. Spindel bei Dornröschen, der Spiegel bei Schneewittchen, die goldene Kugel im Froschkönig. Moderne Dinge wie Computer oder Chipkarten gibt es nicht.

Sie hatte einen wunderbaren Spiegel; wenn sie vor den trat und sich darin beschaute, sprach sie: »Spieglein, Spieglein an der Wand, Wer ist die Schönste im ganzen Land?« so antwortete der Spiegel: »Frau Königin, Ihr seid die Schönste im Land.«

12. Märchen Merkmale: Moral

Mit dem glücklichen Ende im Märchen ist meistens auch eine moralische Lehre verbunden. Der Ehrliche wird belohnt, der Ausdauernde gewinnt am Ende, Gier und Neid lohnen sich nicht…

Da ihr der Neid keine Ruhe ließ, schließlich war SIE nicht die Schönste im ganzen Land , dachte sie nochmals darüber nach, wie sie sie umbringen wollte.