Fünf häufigste Schulprobleme

Fünf häufigste Schulprobleme und was Sie dagegen tun können

Mit dem entspannten Erziehungsalltag ist in vielen Familien kurz nach der Einschulung schon Schluss. Das frühe und regelmäßige Aufstehen, die neuen Klassenkameraden und vor allen Dingen der Leistungsanspruch stellen einen großen Unterschied zum bisher gewohnten Kindergarten-Dasein dar.

5 häufigste Schulprobleme

Besonders wenn es um das erste Schulkind geht, ist die Umstellung für die Familie nicht zu unterschätzen. Ich habe eine aktuelle Hitliste der fünf häufigsten Schulprobleme zusammengetragen und zeige Ihnen, wie Sie mit diesen Herausforderungen am besten umgehen.

5 häufigste Schulprobleme

Die fünf häufigste Schulprobleme

Wenn Ihr Kind über eine diffuse Schulunlust klagt, hat das meistens ganz konkrete Ursachen. Egal ob Erstklässler oder versiertes Schulkind, Probleme können jederzeit auftauchen. Es macht keinen Sinn, sie zu ignorieren. Packen Sie die Probleme an und lösen Sie sie.

1. Schlechte Noten sorgen für schlechte Stimmung

Die Anführer in der Hitliste der Schulsorgen sind zweifelsfrei die schlechten Noten. Natürlich wünschen sich die meisten Eltern, dass unter den Klassenarbeiten ihrer Kinder nur die Noten 1 oder 2 auftauchen. Doch mit zunehmender Klassenstufe werden bei vielen Kindern auch die Noten etwas schlechter, denn die Anforderungen steigen und nicht alle Kinder sind ihnen gewachsen. Was können Eltern tun, damit die Noten künftig besser werden?

Reimann-Höhn:
“Wichtig für die Bewertung einer Note ist das Ausmaß der Anstrengung, das Ihr Kind dafür aufgewendet hat. Kritik ist nur berechtigt, wenn das Lernen zu kurz gekommen ist und die Vorbereitung mangelhaft war. Hier sollte die Vorbereitung künftig besser werden.

Hat Ihr Kind jedoch trotz intensiver Vorbereitung eine schlechte Note erhalten, braucht es zunächst einmal Trost. Danach sollten Sie Ursachenforschung betreiben und klären, woran das schlechte Ergebnis lag. Nur dann können Sie mit Ihrem Kind für die nächste Arbeit gegensteuern.”

5 häufigste Schulprobleme

2. Ungerechte oder schlechte Lehrkräfte

Klagen über ungerechte Behandlung durch den Lehrer oder die Bevorzugung anderer Schüler sind für Eltern stets sehr schwer einzuschätzen. Oft sind die Aussagen der Kinder nur der Ausdruck eines diffusen Gefühls, das nicht durch Fakten belegt wird. Trotzdem sollten Eltern reagieren, damit ihr Kind sich ernst genommen fühlt und Unklarheiten mit dem Lehrer beseitigt werden können.

Manchmal steckt wirklich ein ernsthaftes Problem hinter der Beschwerde. Lehrer sind eben auch nur Menaschen und haben schlechte Tage.

Reimann-Höhn:
Versuchen Sie von Ihrem Kind klare Aussagen, mit Zeitangabe und möglichst genauem Wortlaut, zu bekommen, um die Ungerechtigkeit später im Lehrergespräch konkret ansprechen zu können. Konfrontieren Sie dann die Lehrkraft mit dem Vorwurf, jedoch ohne bereits eine Schuldzuweisung vorzunehmen. Missverständnisse können so ausgeräumt werden. Echte Ungerechtigkeiten, wenn sie wiederholt auftreten, können der Schulleitung vorgetragen werden, wenn das Gespräch keine Klärung bringt.”

3. „Die anderen können mich nicht leiden“

Wenn ein Kind sich in einer Klassengemeinschaft nicht integriert fühlt und keine Freunde findet, ist seine Fähigkeit lustvoll zu lernen stark eingeschränkt. Es leidet also nicht nur unter der sozialen Ausgrenzung, sondern wird in den meisten Fällen früher oder später auch schlechte Leistungen erbringen.

Menschen orientieren sich gerne an anderen und auch Kinder möchten einer Gruppe angehören. Fehlt das Zugehörigkeitsgefühl, aus welchen Grund auch immer, fällt das konzentrierte Lernen schwer.

Reimann-Höhn:
Setzen Sie alles daran, dass Ihr Kind sich in die Klasse integrieren kann. Sprechen Sie mit der Lehrkraft, fördern Sie außerschulische Kontakte und kommen Sie mit anderen Eltern ins Gespräch. Bleibt Ihr Kind ein ungeliebter und vielleicht sogar gemobbter Außenseiter, sollten Sie unbedingt über einen Klassen- oder sogar Schulwechsel nachdenken, denn das Schulklima trägt viel zu der Problematik bei. Suchen Sie nach einer Schule, die das soziale Miteinander groß schreibt und in der Mobbing als Thema ernst genommen wird.”

5 häufigste Schulprobleme

4. „Hausaufgaben sind langweilig und doof“

Viele Eltern kennen und fürchten das Drama mit den Hausaufgaben, denn nur wenige, hoch motivierte Kinder haben damit niemals Probleme. Die meisten Jungen und Mädchen schlagen sich mit einem „Hassfach“ herum, oft Mathe oder Deutsch, und belasten mit den ungeliebten Hausaufgaben dafür oft stundenlang den Nachmittag.

Reimann-Höhn:
Vom stundenlangen „motzigen“ Starren auf den Schreibtisch hat noch kein Kind etwas gelernt. Strukturieren Sie die Hausaufgabensituation konsequent und orientieren Sie sich an den zeitlichen Richtlinien. Maximal eine Stunde sollte für einen Grundschüler reichen. Legen Sie eine täglich gleichbleibende Uhrzeit fest, seien Sie geduldig und lassen Sie sich diesbezüglich nicht auf Diskussionen ein. Kontrollieren Sie die Hausaufgaben 10 Minuten vor Ablauf der Stunde, so dass Ihr Kind noch Korrekturen anbringen kann. Je klarer der Rahmen, desto leichter wird Ihr Kind die Hausaufgaben als Bestandteil des Nachmittags akzeptieren. Klappt das nicht, muss gemeinsam mit der Lehrkraft nach einer Lösung gesucht werden.”

5. „Mein Kind stört ständig den Unterricht“

Störenfriede, egal ob Junge oder Mädchen, sind für Lehrer eine große Belastung, denn sie machen durch ihr Verhalten den gesamten Unterricht zu einem Tanz auf dem Vulkan. Impulsives Hereinrufen, ständiges Stühle rücken und nerviges Aufstehen oder das heimliche Ärgern von Mitschülern schaden selbst dem besten Unterricht. Kein Wunder, wenn Lehrkräfte sich von Störenfrieden provoziert fühlen und sehr ungehalten reagieren.

Störenfriede, egal ob Junge oder Mädchen, sind für Lehrer eine große Belastung, denn sie machen durch ihr Verhalten den gesamten Unterricht zu einem Tanz auf dem Vulkan. Impulsives Hereinrufen, ständiges Stühle rücken und nerviges Aufstehen oder das heimliche Ärgern von Mitschülern schaden selbst dem besten Unterricht. Kein Wunder, wenn Lehrkräfte sich von Störenfrieden provoziert fühlen und sehr ungehalten reagieren.

Reimann-Höhn:
Wenn Ihr Kind ein notorischer Störenfried ist, hat das immer einen handfesten Grund. Vielleicht ist es unterfordert und langweilt sich? Oder die Anforderungen sind zu hoch, so dass es ihnen nicht gerecht werden kann? Leidet es vielleicht unter einer Teilleistungsschwäche wie Legasthenie oder Dyskalkulie oder hat es massive Konzentrationsprobleme? Feststellen kann dies beispielsweise eine Schulpsychologin oder ein Schulpsychologe, indem sie oder er Ihr Kind im Unterricht unauffällig beobachtet und auf Ursachensuche geht. Hilfen bieten auch die lokalen Erziehungsberatungsstellen (städtisch oder kirchlich), deren Adressen Sie im Telefonbuch finden.”

Eltern sind weder Pädagogen noch Psychologen

Manchmal sind die Schulprobleme von Kindern so hartnäckig, dass Fachleute hinzugezogen werden müssen. Das ist keine Schande, denn die „Elternschaft“ ist nicht gleichbedeutend mit „Alleskönner“ sein. Verantwortungsbewusste und besorgte Eltern nutzen die Möglichkeiten, die Beratungsstellen, Schule und Jugendamt aus gutem Grund anbieten – zum Wohle ihres Kindes.

Nehmen Sie schulische Probleme als Herausforderungen

Ebenso wie im Beruf gibt es auch in der Schule eine Menge Bereiche, in denen Schwierigkeiten auftreten können. Bei dem komplexen Gebilde aus verschiedensten Kinderpersönlichkeiten, unterschiedlichen Lehrern und sich verändernden Anforderungen ist das ja auch kein Wunder. Manche Schwierigkeiten verschwinden von selbst, weil Ihr Kind reifer wird. Andere sind hartnäckiger und benötigen den persönlichen Einsatz von Eltern und Lehrern. Immer sollte jedoch das persönliche Wohl des Kindes die Richtung der Intervention bestimmen. Daher sollten Sie sich auch nicht scheuen, in hartnäckigen Fällen qualifizierte Hilfe in Anspruch zu nehmen.