Nachprüfung Tipps – so bestehst du sicher und ohne Panik

Nachprüfung Tipps sind für viele Familien ein echter Rettungsanker. Vielleicht kennst du die Situation: Das Zeugnis ist da, eine Note ist zu schlecht, und plötzlich steht die Versetzung auf der Kippe. Jetzt heißt es, einen kühlen Kopf zu bewahren und strategisch vorzugehen. Prüfungsangst kannst du jetzt nicht gebrauchen. Denn eine Nachprüfung ist keine Strafe, sondern eine zweite Chance – und mit der richtigen Vorbereitung kannst du sie bestehen. In diesem Beitrag erfährst du, wie eine Nachprüfung abläuft, welche Unterschiede es zwischen den Bundesländern gibt und wie Eltern und Kinder gemeinsam einen Plan entwickeln, der funktioniert.

Was genau ist eine Nachprüfung?

Eine Nachprüfung ist eine zusätzliche Prüfung, die dir die Möglichkeit gibt, eine mangelhafte Note (Note 5) zu verbessern, damit du trotzdem in die nächste Klasse versetzt wirst. Meist geht es um Hauptfächer wie Mathematik, Deutsch oder Englisch. Sie findet am Ende der Sommerferien oder direkt zu Beginn des neuen Schuljahres statt. In manchen Fällen kannst du auch mit zwei Fünfen zur Nachprüfung antreten, solange es keine Sechs gibt und die Klassenkonferenz zustimmt. Ziel ist, Wissenslücken gezielt zu schließen, statt das ganze Schuljahr zu wiederholen.

Unterschiede zwischen den Bundesländern

Jedes Bundesland hat eigene Regeln. In Niedersachsen zum Beispiel darfst du mit bis zu zwei Fünfen zur Nachprüfung, wenn die Klassenkonferenz zustimmt. In Bayern ist es strenger: Meist geht es nur bei einer einzigen mangelhaften Note. Auch ob eine Sechs automatisch das Aus bedeutet, ist unterschiedlich. Wichtig: Die Entscheidung, ob du zugelassen wirst, fällt oft die Klassenkonferenz. Sie schaut nicht nur auf die Noten, sondern auch auf Lernbereitschaft, Engagement und ob die Lehrkräfte glauben, dass dein Kind den Sprung schaffen kann. Deshalb lohnt es sich, früh das Gespräch mit den Lehrern zu suchen – und zu zeigen, dass ihr bereit seid, in den Ferien hart zu arbeiten.

Ablauf einer Nachprüfung – so läuft es wirklich

Der Ablauf ist je nach Fach und Land leicht unterschiedlich, folgt aber einem ähnlichen Muster:

  • Die Prüfung findet vor einem Gremium von meist drei Lehrkräften statt.
  • Es gibt einen schriftlichen Teil (z. B. 45 Minuten Klausur) und oft auch einen mündlichen Teil.
  • Die Inhalte orientieren sich klar am Stoff des vergangenen Schuljahres.
  • Die Benotung richtet sich danach, ob die gezeigte Leistung ausreicht, um die Note auf „ausreichend“ anzuheben.

Gut zu wissen: Wenn es im Fach kaum schriftliche Arbeiten gab, kann der Schwerpunkt auf dem mündlichen Teil liegen. Manche Schulen geben vorab einen groben Themenrahmen heraus – den solltet ihr unbedingt erfragen.

Nachprüfung Tipps – so bereitet ihr euch optimal vor

  1. Sofort starten: Warte nicht bis Mitte August! Die Ferien sind lang genug, um den Stoff entspannt, aber gründlich zu wiederholen.
  2. Themenliste besorgen: Frag beim Fachlehrer nach, welche Inhalte drankommen. Ohne klare Themenliste verliert ihr unnötig Zeit.
  3. Realistischen Lernplan erstellen: Plane lieber kürzere, dafür häufige Lerneinheiten (z. B. 30 Minuten, 4–5 Mal pro Woche).
  4. Lerntyp berücksichtigen: Manche Kinder brauchen visuelle Hilfen, andere profitieren vom lauten Erklären. Passe die Methoden an.
  5. Übungsaufgaben gezielt auswählen: Nutze Schulbücher, Arbeitshefte oder kostenlose Materialien auf lernfoerderung.de.
  6. Prüfung simulieren: Setz dich wie in der echten Prüfung hin, halte die Zeit ein und korrigiere die Aufgaben gemeinsam.
  7. Motivation hochhalten: Kleine Belohnungen nach abgeschlossenen Lernblöcken wirken Wunder.
  8. Angst abbauen: Entspannungsübungen, Atemtechniken und das „positive Ergebnis visualisieren“ helfen gegen Nervosität.
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Hintergrundwissen – warum viele Nachprüfungen scheitern

Studien zeigen, dass ein großer Teil der Nachprüfungen nicht an mangelndem Wissen scheitert, sondern an fehlender Organisation und zu spätem Beginn. Wer erst in der letzten Ferienwoche anfängt, hat oft keine Chance mehr, den Stoff solide zu verankern. Auch Prüfungsangst spielt eine große Rolle – sie blockiert das Abrufen von Wissen. Deshalb ist es so wichtig, schon Wochen vorher kleine, machbare Lernschritte einzubauen.

Beispiele für typische Fehler und wie du sie vermeidest:

  • Fehler: Alles auf einmal lernen → Besser: Stoff in kleine Einheiten aufteilen.
  • Fehler: Nur Theorie pauken → Besser: Theorie + Praxis + Wiederholung kombinieren.
  • Fehler: Keine Prüfungssimulation → Besser: Mindestens zweimal realistisch üben.

Extra für Eltern: Übungsaufgabe – Mathe-Nachprüfung

Aufgabe: Erstelle mit deinem Kind einen Lernplan für das Thema Bruchrechnen (4 Wochen).
Lösungsschritte:

  1. Woche 1: Grundbegriffe und Kürzen von Brüchen.
  2. Woche 2: Erweitern, Addition und Subtraktion von Brüchen.
  3. Woche 3: Multiplikation und Division.
  4. Woche 4: Gemischte Aufgaben und Probelauf unter Prüfungsbedingungen.
    Täglich: 15 Minuten Wiederholung vom Vortag.

Was passiert, wenn die Nachprüfung schiefgeht?

Auch wenn ihr euch bestmöglich vorbereitet habt, kann es passieren, dass die Nachprüfung nicht bestanden wird. Das bedeutet in den meisten Fällen, dass dein Kind die Klasse wiederholen muss. So enttäuschend das im ersten Moment wirken mag – eine Wiederholung kann auch eine große Chance sein. Dein Kind gewinnt Zeit, um den Lernstoff wirklich zu verstehen, Lernlücken zu schließen und mit einem stabileren Fundament weiterzugehen. Viele Kinder nutzen diese zusätzliche Runde, um Selbstvertrauen aufzubauen und ihre Lernmethoden zu verbessern. Wichtig ist jetzt, den Blick nach vorn zu richten, den Druck rauszunehmen und gemeinsam einen Plan zu entwickeln, wie die Wiederholung zu einem Erfolg wird.

Eltern-Tipp:
Nimm dir in den ersten Wochen nach der Entscheidung bewusst Zeit für Gespräche und positive Erfahrungen. Macht gemeinsam einen Plan mit klaren Lernzielen, aber auch festen Pausen und schönen Aktivitäten. So entsteht aus einer vermeintlichen Niederlage eine Chance, die dein Kind langfristig stärkt.