4 Gründe für Aufschieberitis

Aufschieberitis muss nicht sein
Weihnachten bitte pünktlich!

Ein bisschen Trödeln ist ganz normal und hat noch keinem Kind geschadet. Wenn bei Ihrem Sohn oder Ihrer Tochter allerdings das Hinauszögern von Aufgaben zum Alltag gehört, sollten Sie aufmerken. Irgendwann kann sich diese Vermeidungsstruktur nämlich verfestigen und dann das gesamte Lernverhalten negativ beeinflussen. Die Gründe für das Aufschieben können unterschiedlich sein – und damit auch Ihre Reaktion darauf.

Grund 1: Bequemlichkeit und Faulheit
Häufig liegt es einfach an der Faulheit und dem Wunsch, das eigene Leben so angenehm wie möglich zu gestalten. Für viele Kinder ist es eben schöner, faul vor dem Fernseher zu sitzen anstatt sich mit den englischen Vokabeln abzumühen. Vorbildhaftes Verhalten der Eltern, verlässliche Rituale und klare Regeln helfen dem Kind, sein Verhalten langsam zu ändern.

Grund 2: Angst und Überforderung
Oft steckt hinter dem Verhalten aber auch die Angst, eine Aufgabe nicht bewältigen zu können. Anstatt sich mit dem Problem zu konfrontieren, gehen viele Kinder erstmal lieber der Aufgabe aus dem Weg. Sie können mit dem Druck und der Erwartungshaltung schlecht umgehen und haben Angst, zu versagen. Befürchtet ein Kind beispielweise in einer Arbeit eine schlechte Note, reagiert es womöglich mit Aufschieberitis. Hier ist eine verständnisvolle Begleitung und Unterstützung durch die Eltern wichtig.

Grund 3: Fehlende Motivation
Manchmal fehlt Kindern auch die Motivation eine Aufgabe in Angriff zu nehmen, weil sie das damit verbundene Ziel nicht erkennen. Sie verbinden das Üben nicht mit dem darauf folgenden Können, dem erwarteten Erfolgserlebnis. Diesen Kindern fehlt Lob und Anerkennung auch für kleine Erfolge. Lernanreize und kleinschrittige Belohnun helfen eine Motivation aufzubauen.

Grund 4: Schlechtes Zeitmanagement
Gerade jüngere Kinder haben noch nicht gelernt, wie sie die ganzen Aufgaben des Alltags am besten in einen zeitlichen Rahmen bringen. Ihr Zeitgefühl täuscht sie. Immer wieder passiert es ihnen, dass der Tag schon zuende geht und wichtige Tätigkeiten liegen geblieben sind. Das Zeitmanagement müssen sie erst lernen, und am besten gelingt das mit Hilfe der Eltern.

Schieben Sie Ihr Handeln gegen Aufschieberitis nicht auf die lange Bank
Je häufiger Ihr Kind sein Vermeidungsverhalten einsetzt, desto schwerer wird es, dieses wieder aufzugeben. Mit der Zeit entwickelt sich nämlich ein Verhaltensmuster, das immer wieder auftritt und Ihrem Kind nur schwer wieder abzugewöhnen ist. Ganz kritisch wird es, wenn Ihr Kind seine wichtigen Tätigkeiten nicht nur aufschiebt und in letzter Minute erledigt, sondern sie ganz vermeidet. Die Hausaufgaben werden gar nicht gemacht, die Sportstunde fällt aus, für die Arbeit wird nicht gelernt und die Bastelarbeit für Sachkunde liegt beim Abgabetermin noch angefangen in der Ecke.

Diese 6 Tipps helfen Ihrem Kind, die Aufschieberitis bei besonders unangenehmen Aufgaben zu überwinden.

  1. Feste Rituale geben Aufgaben einen klaren Zeitrahmen. Hausaufgaben immer nach der Hörbuch-Ruhepause nach dem Mittagessen, Zähneputzen immer nach einer bestimmten Fernsehserie oder Ranzenpacken immer vor dem Abendessen.
  2. Keine Vorwürfe oder Dauerkritik, wenn mal was nicht geklappt hat. Lieber zusammen überlegen, wie es beim nächstenmal besser gelingen kann.
  3. Nie mit anderen vergleichen, die sich besser organisieren können. Diese Vergleiche mit Geschwistern oder Freunden wirken demotivierend und sind frustrierend. Jedes Kind ist anders und muss eigene Wege finden, sich zu organisieren.
  4. Große Aufgaben in sinnvolle Portionen aufteilen, damit sie nicht so unüberwindlich wirken.
  5. Gefühl für Zeit entwickeln. Stoppen Sie, wie lange Ihr Kind für bestimmte Aufgaben braucht. Oft ist die reale Zeitspanne viel kürzer, als es Ihr Kind empfindet. Das motiviert!
  6. Kleine Belohnungen, wenn die ungeliebten Aufgaben geschafft sind, verankert postive Gefühle und verringert die Abneigung dagegen.

 

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