Digitale Werkzeuge können Lehrkräften viel Arbeit abnehmen. Sie helfen dabei, Unterricht vorzubereiten, Materialien anschaulich zu gestalten, Wissen abzufragen und Schülerinnen und Schüler aktiv einzubeziehen. Aber welches Tool eignet sich für welchen Zweck?
Digitale Helfer für deinen Unterricht
Ein gutes Online-Tool muss nicht möglichst viele Funktionen haben. Es sollte eine konkrete Aufgabe erleichtern und im Schulalltag zuverlässig einsetzbar sein.
12 Online-Tools für Lehrkräfte
Die folgende Auswahl deckt unterschiedliche Aufgaben ab. Nicht jedes Werkzeug wird in jeder Klasse benötigt. Oft reichen zwei oder drei gut ausgewählte Anwendungen vollkommen aus.
Canva – Unterrichtsmaterialien gestalten
Mit Canva lassen sich Lernplakate, Präsentationen, Infografiken und individuelle Arbeitsblätter gestalten. Vorlagen erleichtern den Einstieg und können für unterschiedliche Lerngruppen angepasst werden.
Besonders praktisch: Du kannst direkt Arbeitsblätter mit Canva erstellen und eigene Aufgaben ergänzen.
Geeignet für: Gestaltung und DifferenzierungLearningApps – interaktive Übungen
Mit LearningApps können Lehrkräfte kleine digitale Übungen entwickeln oder bestehende Lernbausteine nutzen. Dazu gehören Zuordnungen, Lückentexte und weitere interaktive Aufgabenformate.
Geeignet für: Wiederholung und selbstständiges ÜbenH5P – Lerninhalte interaktiv aufbereiten
H5P ermöglicht interaktive Inhalte wie Quizfragen, Präsentationen oder Übungen. Die Einbindung hängt von der verwendeten Lernplattform ab.
Geeignet für: digitale LernmoduleTaskCards – Ideen und Materialien sammeln
Digitale Pinnwände helfen dabei, Links, Arbeitsaufträge und Materialien übersichtlich bereitzustellen. So können Lernende Inhalte an einem gemeinsamen Ort finden.
Geeignet für: Wochenpläne und ProjektarbeitMentimeter – Meinungen sichtbar machen
Mit digitalen Umfragen lassen sich Vorwissen, Einschätzungen oder Rückmeldungen aus der Klasse sammeln. Die Ergebnisse können als Gesprächsanlass dienen.
Geeignet für: Einstieg und ReflexionKahoot! – spielerisch wiederholen
Quizformate bringen Bewegung in Wiederholungsphasen. Lehrkräfte können Fragen vorbereiten und Lernstände gemeinsam mit der Klasse besprechen.
Geeignet für: Motivation und WissensabfrageQuizlet – mit Lernkarten üben
Digitale Lernkarten unterstützen das Wiederholen von Vokabeln, Fachbegriffen und Definitionen. Lernende können Inhalte in kleinen Portionen bearbeiten.
Geeignet für: Begriffe und FaktenwissenGeoGebra – Mathematik entdecken
Geometrische Konstruktionen, Funktionen und mathematische Zusammenhänge werden durch interaktive Darstellungen anschaulicher.
Geeignet für: MathematikunterrichtBook Creator – digitale Bücher gestalten
Schülerinnen und Schüler können eigene Geschichten, Dokumentationen und Projektergebnisse in multimedialen Büchern zusammenstellen.
Geeignet für: kreative ProjektarbeitANTON – individuell üben
Die Lernplattform bietet Übungen für unterschiedliche Fächer und Klassenstufen. Sie kann Unterrichtsphasen ergänzen und selbstständiges Üben unterstützen.
Geeignet für: Festigung und FörderungOncoo – gemeinsam lernen
Oncoo stellt digitale Hilfen für kooperative Lernmethoden bereit. Damit lassen sich Ideen sammeln, Ergebnisse strukturieren und Gruppenarbeiten begleiten.
Geeignet für: Zusammenarbeit und MethodenvielfaltLearningSnacks – Wissen in kleinen Schritten
Kurze, dialogartig aufgebaute Lernsequenzen können helfen, einen Lernstoff wieder aufzugreifen oder selbstständig zu bearbeiten.
Geeignet für: Wiederholung und kurze LernimpulseWie setzt du digitale Tools sinnvoll im Unterricht ein?
Ein neues Tool ist schnell ausprobiert. Damit es aber wirklich beim Lernen hilft, lohnt sich eine kurze Vorbereitung.
Lernziel festlegen
Was sollen die Kinder am Ende wissen oder können? Erst danach wählst du das passende Werkzeug.
Einfach beginnen
Starte mit einer überschaubaren Aufgabe. So bleibt genügend Zeit für die eigentlichen Lerninhalte.
Ergebnisse auswerten
Besprich, was funktioniert hat und wo noch Fragen offen sind. Das Tool ersetzt keine pädagogische Rückmeldung.
Arbeitsblätter gestalten: Darauf kommt es an
Gerade bei selbst gestalteten Materialien ist weniger oft mehr. Ein Arbeitsblatt sollte Orientierung geben, nicht durch Dekoration von der Aufgabe ablenken.
Weniger hilfreich
Viele unterschiedliche Schriften, unruhige Hintergründe, zu kleine Texte und mehrere Aufgaben ohne erkennbare Reihenfolge.
Besser für das Lernen
Klare Überschriften, gut lesbare Schrift, ausreichend Platz für Antworten und eine nachvollziehbare Aufgabenfolge.
Material: Checkliste für gute Arbeitsblätter
Diese Checkliste kannst du vor dem Ausdrucken oder digitalen Verteilen deiner Materialien durchgehen.
- Ist das Lernziel eindeutig?
- Verstehen Kinder die Aufgabenstellung ohne lange Erklärung?
- Sind Schrift und Abstände gut lesbar?
- Gibt es genügend Platz zum Schreiben?
- Unterstützen Bilder das Verständnis?
- Sind die Aufgaben sinnvoll angeordnet?
- Gibt es bei Bedarf leichtere oder schwierigere Varianten?
- Ist das Arbeitsblatt auch in Schwarz-Weiß verständlich?
Praxisidee: Lass ein Kind oder eine Kollegin das Arbeitsblatt vorab ansehen. Oft fallen dabei Unklarheiten auf, die man selbst übersieht.
Datenschutz und Kosten nicht vergessen
Bevor du ein Online-Tool mit deiner Klasse einsetzt, solltest du prüfen, ob es an deiner Schule freigegeben ist. Besonders wichtig ist das, wenn Kinder eigene Konten benötigen oder personenbezogene Daten verarbeitet werden.
Auch die Kostenmodelle unterscheiden sich. Manche Funktionen sind kostenlos nutzbar, andere setzen eine Lizenz oder ein Schulabonnement voraus. Prüfe deshalb die aktuellen Bedingungen direkt beim Anbieter.
Fazit: Weniger Tools, mehr Lerngewinn
Digitale Unterrichtswerkzeuge können Lehrkräfte entlasten und Kindern neue Zugänge zum Lernstoff eröffnen. Entscheidend ist aber nicht die Anzahl der verwendeten Anwendungen. Wichtig ist, dass die Technik zum Lernziel, zur Lerngruppe und zu den Möglichkeiten deiner Schule passt.
Mein Rat: Suche dir zunächst zwei Werkzeuge aus, die eine wiederkehrende Aufgabe wirklich erleichtern. Wenn sie sich bewährt haben, kannst du deine digitale Werkzeugkiste nach und nach erweitern.
Hinweis: Dieser Beitrag enthält einen Partnerlink. Die pädagogischen Empfehlungen wurden unabhängig davon zusammengestellt.