Hochsensible Kinder verstehen und behutsam fördern

Hochsensibele KinderSie erschrecken sich leicht, sind sehr vorsichtig und kommen bei Lärm und Krach schnell an ihre Grenzen. Hochsensible Kinder haben eine besonders intensive Wahrnehmungsfähigkeit, sie nehmen mehr Reize als andere Kinder auf. Kein Wunder, wenn die Geräusche, Gerüche und Eindrücke manchmal zu viel werden und sie sich dann zurückziehen und „abschalten“. Dabei ist die besondere Fähigkeit ein Segen, wenn Familie, Freunde und Schule ein wenig Rücksicht nehmen.

Mögliche Anzeichen für eine Hochsensibilität können sein:

  • Schon als Babys brauchen sie viel Kontakt und körperliche Nähe, schlafen nicht gerne alleine und fordern gleichbleibende Strukturen ein.
  • Kinder, die sehr kritisch auf Kleidung reagieren. Sie wollen weder Knöpfe noch Reißverschlüsse tragen, stören sich an Wolle oder Schnürsenkeln.
  • Hochsensible Kinder sind durch zu viele Freizeitangebote, spontane Ausflüge und größere Kindergruppen schnell überreizt. Sie brauchen Rückzugs- und Ruhemöglichkeiten.
  • Sie bevorzugen ein oder zwei feste Freundschaften anstatt Kindergruppen. In diesen Freundschaften sind sie fantasievoll und kreativ, blühen auf.
  • Wenn auf ihre Besonderheit keine Rücksicht genommen wird, werden sie leicht krank, weil sie schnell erschöpft und müde sind.

Feingefühl und Ideenreichtum sind gefragt

Hochsensible Kinder haben Probleme an Stellen, die anderen gar nicht auffallen. Sie nehmen sich Vieles sehr zu Herzen, verarbeiten Eindrücke intensiver und länger oder sind von Gerüchen und Geräuschen schnell ermattet. Obwohl die Hochsensibilität keine anerkannte Krankheit ist und es auch keine einheitliche Diagnosemöglichkeit gibt, ist die Existenz der Besonderheit nicht von der Hand zu weisen.

Schule: Konzentration auf das Wichtige

Gerade bei Schulkindern steigen die Anforderungen schnell an. Für hochsensible Kinder ist das eine große Herausforderung. Sie sollten sich zumindest anfangs ganz auf die Schule konzentrieren und nicht noch anstrengende und fordernde Hobbys ausüben. Nach den „lärmenden“ Stunden in der Klasse und auf dem Pausenhof brauchen hochsensible Kinder Ruheoasen am Nachmittag. Entspannend sind auch Freizeitbeschäftigungen mit Tieren oder gemütliche Treffen mit dem besten Freund. Fernsehen oder Computer sollten eher eingeschränkt genutzt werden.