traurig sein

Jeder darf traurig sein – Umgang mit Trauer

Die Weihnachtszeit und die Weihnachtsferien sind für Kinder nicht nur wegen der ganzen Geschenke oft sehr aufregend, manchmal lädt sie auch zum traurig sein ein. Viel mehr als die Erwachsenen spüren sie die Magie der christlichen Geschichte, freuen sich über das Christkind und den Weihnachtsmann und empfinden die besinnliche Zeit häufig sehr emotional. Sie sind nicht nur für glückliche Momente, sondern auch für traurige Erinnerungen sehr empfänglich. Trauer kann gerade in der Weihnachtszeit sehr intensiv empfunden werden.

Trauer ist ein sehr starkes Gefühl, das seinen Platz benötigt.

Nicht selten kommen rund um den Jahreswechsel traurige Erinnerungen an bereits verstorbenen Familienangehörige auf. Vielleicht lebt der Opa seit einiger Zeit nicht mehr, möglicherweise ist ein Familienmitglied schwer erkrankt oder hatte einen bösen Unfall. Nicht nur Glück, sondern auch Trauer finden ihren Platz gerade in der dunklen Jahreszeit.

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Viele Eltern fragen sich, wie sie mit den traurigen Gefühlen ihrer Kinder richtig umgehen sollen. Schließlich gehören Krankheit und Tod zum Leben ebenso dazu wie eine Geburt oder eine Hochzeit. Alle sind davon betroffen, mal früher und mal später. Der Umgang mit Trauer und traurigen Gefühlen sollte daher in einer Familie nicht ausgeschlossen werden. Allerdings ist es notwendig, gerade mit Kindern dieses Thema sehr sensibel anzugehen.

Wie so oft gelingt das sehr gut über das Erzählen oder das Vorlesen von Geschichten. Kinder können ihre Gefühle dann stellvertretend von den Figuren eines Buches ausleben lassen. Sie dürfen weinen, wenn der Hauptfigur etwas Schlimmes passiert. Sie dürfen traurig sein, wenn im Buch jemand traurig ist. Und sie können über diese schweren gefühle sprechen, da sie durch die Geschichte in eine Rolle schlüpfen können.

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Da sich im Leben nicht alles immer nur um das Glück und die Zufriedenheit dreht, sondern auch die Trauer ihren Platz haben muss, habe ich speziell zu diesem Thema ein paar schöne Bücher zusammengestellt. Einige davon werden auch in der Schule gelesen, wenn es in der Unterrichtseinheit, beispielsweise in Religion, darum geht. Andere wurden von Eltern empfohlen, die sich bereits mit der Trauer von Kindern befassen mussten.

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Bei Kindern wechseln die Stimmungen schnell. Sie können in einem Momant sehr traurig sein und im nächsten schon wieder glücklich lachen. Das bedeutet jedoch nicht, dass sie oberflächlich oder herzlos sind. Sie leben nur sehr viel mehr im Hier und Jetzt und reagieren auf gefühle, gute und schlechte, oft spontan. Trotzdem benötigen sie einen Platz, wo ihre Trauer gut aufgehoben ist. Eine Erinnerung an die geliebte Oma, vielleicht ein Stofftier, das immer dann hervorgeholt werden kann, wenn die Trauer anklopft.

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Ich empfehle, eines der Bücher auch dann mal gemeinsam anzusehen, wenn es keinen akuten Fall von Trauer in der Familie gibt. Selbstverständlich kann sich niemand auf die Trauer vorbereiten, aber vom Sterben oder dem Tod sollten Kinder schon einmal gehört haben, bevor sie das Thema irgend wann einmal selber betrifft.