Spannende Geschichten schreiben-so geht´s in 7 Schritten

Ob in der Schule oder zu Hause, wer spannende Geschichten schreiben möchte, braucht dazu einige Grundkenntnisse. Worum es beim Geschichtenschreiben genau geht, was du beachten musst und welche Fehler du auf keinen Fall machen solltest, erkläre ich dich hier. Natürlich kannst du dir zu diesem Thema auch einigen Videos von mir ansehen. Du findest sie in meinem Kanal lernfoerderung auf YouTube. Und jetzt legen wir los.

Hausaufgabe oder einfach Lust am Schreiben

In der Schule musst du bestimmt immer wieder mal eine Geschichte schreiben, einen Krimi, ein Märchen oder eine Science Fiction Geschichte. Dadurch lernst du sehr viel. Nicht nur deine Fantasie wird angeregt, sondern du trainierst auch deinen Wortschatz, deine Ausdrucksweise, deinen Satzbau, deine Rechtschreibung und deine Kreativität. Natürlich brauchst du auch Durchhaltevermögen, Konzentration und Ausdauer.

Du langweilst dich mit TikTok, Facebook und Snapchat? Dann werde endlich kreativ und beginne selber etwas zu tun. Vielleicht schreibst du eine spannende Geschichte? Die kannst du in der Schule vorlesen, zu Weihnachten oder zum Geburtstag verschenken oder mit selbst gemalten Bildern verschönern und ein kleines Buch daraus machen.

Video spannende Geschichte schreiben

1. Denke dir eine Handlung aus

Bevor du mit dem Schreiben beginnst, solltest du dir genau überlegen, was du erzählen möchtest. Du benötigst also eine Idee. Wie du gute Ideen findest, habe ich auch schon einmal ausführlich beschrieben. Du kannst es hier nachlesen. Aber jetzt gehen wir mal davon aus, dass du schon genau weißt, wovon deine Geschichte handeln soll. Du hast eine Idee, und möchte jetzt wissen, wie du diese Idee am besten in eine spannende Geschichte umsetzt.

2. Skizziere deine Geschichte und finde eine Überschrift

Am besten nimmst du dir jetzt erst einmal ein großes Blatt Papier und schreibst die Rahmenhandlung deine Geschichte in Stichpunkten auf. Du benötigst dazu natürlich eine oder mehrere Hauptpersonen (das kann natürlich auch ein Tier sein), einen Ort und am besten auch einen Zeitpunkt. Deine Geschichte kann sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart oder in der Zukunft spielen. Du musst dich nur für eine Zeit entscheiden. Dann denkst du über eine Überschrift nach.

Smartphone rettet Jungen vor Einbrechern

Samstag, nix los, ich alleine in meinem Zimmer, langweilig, es klingelt, Mama macht auf, dann Stille, Angst, Einbrecher, was tun?, Handyortung, alle im Garten, Entwarnung

3. Bringe deine Stichwörter in die richtige Reihenfolge

Sortiere jetzt deine Schlüsselwörter und gibt deiner Geschichte damit eine Struktur. Du baust also deine Story auf, und zwar genauso wie einen Aufsatz. Du brauchst eine Einleitung, einen Hauptteil mit Höhepunkt (bei einer spannenden Geschichte ist das absolut notwendig) und einen Schluss. Am besten nimmst du dir nochmals ein großes Blatt und unterteilte in drei Absätze. In den ersten Absatz schreibst du alles, was zur Einleitung gehört. In den zweiten, den größten, kommen alle Punkte aus dem Hauptteil. Und im dritten Absatz denkst du dir noch etwas zum Schluss aus.

Einleitung: Ich sitze in meinem Zimmer und langweile mich…

Hauptteil: Es klingelt an der Haustür. Ich bin ganz still, denn ich habe keine Lust aufzustehen. Da höre ich auch schon, dass Mama öffnet. Stimmern dringen durchs Haus, aber ich kann nichts verstehen.

Schluss: Erleichtert schaue ich auf mein Handy. Da sind sie ja, alle im Garten. “Puh!” rufe ich aus und komme unter dem Bett hervor. Dann schlendere ich bewusst entspannt in den Garten und geselle mich zu meiner Familie. Hoffentlich hat keiner gemerkt, wie viel Angst ich hatte.

4. Beginnend mit dem Ausformulieren

Du hast jetzt alle notwendigen Informationen, um eine Geschichte zu schreiben. Beginne also mit der Einleitung. Orientiere dich an den W-Fragen, um die wichtigsten Informationen in der Einleitung zu geben. Wer? Wann? Wo? In der Einleitung darfst du nicht zu viel zu verraten, denn du baust ja die spannende Geschichte ganz langsam auf. Gib deiner Hauptperson ein paar markante Eigenschaften, vielleicht hat sie Angst vor Mäusen, liebt Himbeereis und ist heimlich verliebt.

5. Nach der Einleitung folgt der Hauptteil

Jetzt kannst du richtig loslegen. Deine Geschichte baut sich langsam auf. Sie wird von Satz zu Satz immer spannender und nähert sich ganz langsam den Höhepunkt. Schildere, was genau passiert. Bringe auch Gefühle, Vermutungen, Ängste oder Sorgen mit ein. Benutze die wörtliche Rede, denn das erhöht die Spannung.

6. Der Höhepunkt ist das Meisterwerk

Ziehe nun alle Register der Spannung. Benutze auf jeden Fall spannende Adjektive wie aufgeregt, besorgt, düster, eiskalt, gefährlich, heimlich, prickeln, bewegend, unheimlich, ängstlich usw. Lasse deine Leserinnen und Leser mitfiebern. Dabei helfen dir auch spannende Verben, zum Beispiel zittern, schlottern, vibrieren, Luft anhalten…. Und dann lass die Bombe platzen. Vielleicht zieht der Gangster jetzt seine Waffe, hinter der verschlossenen Tür ist ein geheimes Labor oder deine Hauptperson beobachtet einen gefährlichen Überfall. Vermutlich gerät sie dabei selber in Gefahr um ihr Leben bangen. So oder so ähnlich kann dein Höhepunkt aussehen.

Zitternd vor Angst lauschte ich in die Stille. Nichts, da war einfach nichts zu hören. Ganz langsam schob ich mich unter mein Bett. Hier würden mich die Einbrecher vielleicht nicht finden. “Hoffentlich”, flüsterte ich mir Mut zu. Dann wartete ich. Als ich mich tiefer in den Staub und die Dunkelheit schob, spürte ich etwas in meiner Hosentasche. Mein Handy. Fieberhaft dachte ich nach, wie es mir helfen konnte….

7. Erlöse deine Leser am Schluss

Wenn deine Geschichte zu Ende geht, musste nicht mehr besonders viel schreiben. Vielleicht kommt die Polizei schon um die Ecke, um dir zu helfen, die Waffe des Gangsters ist nicht geladen oder der Überfall entpuppt sich als Rollenspiel. Hier können deine Leserinnen und Leser durchatmen und die Spannung fällt jetzt ab. Gibt noch einen kurzen Ausblick.

Schluss: Das war der aufregendste Tag meines Lebens!

Halte dich an diese Schritt für Schritt Anleitung

Eine spannende Geschichte zu schreiben ist gar nicht so schwer, wenn du eine gute Idee hast und dir die Struktur klar ist. Schreibe einfach drauflos kontrollieren dann, ob dann alles gedacht hast. Klassische Fehler führen zu schlechten Noten und zu schlechten Geschichten. Deshalb prüfe am Ende noch einmal, ob du alles richtig gemacht hast. Es ist nie zu spät, eine Geschichte zu verbessern.

Mache diese Fehler besser nicht

  • Vielleicht hast du die wörtliche Rede vergessen? Dann ergänze das noch.
  • Und wie sieht es mit den spannenden Verben und Adjektiven aus?
  • Achte auch auf unterschiedliche Satzanfänge, um das flüssige Lesen zu unterstützen.
  • Halte eine Erzählzeit ein, schreibe entweder in der Vergangenheit oder in der Gegenwart.

Beim Durchlesen deiner Geschichte kannst du noch vieles ändern und verbessern. Lies deine spannende Geschichte jemandem vor und frage, was daran gut und was nicht so gut gelungen ist. Du kannst immer besser werden, denn das ist ein großes, schwieriges Projekt. Du weißt ja, es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.

Denke auch an die Rechtschreibung

Natürlich sind der Inhalt und der Aufbau deiner Geschichte das Wichtigste beim Schreiben. Trotzdem solltest du auch die Rechtschreibung denken und Fehler korrigieren. Manche Rechtschreibfehler sind so gravierend, dass sie von der Geschichte ablenken oder sogar ihren Sinn verändern. Das soll dir auf gar keinen Fall passieren.

Smartphone rettet Jungen vor Einbrechern

Wie mich mein Smartphone vor den Einbrechern rettete

An einem langweiligen Samstagnachmittag saß ich in meinem Zimmer und starrte aus dem Fenster. Es regnete immer wieder leicht, sodass ich keine Lust hatte, nach draußen zu gehen. Während ich noch überlegte, was ich mit diesem langweiligen Nachmittag wohl tun könnte, klingelte es an der Haustür. Zum Aufstehen hatte ich keine Lust, also blieb ich ganz still auf meinem Bett sitzen. Irgendjemand würde schon zur Haustür gehen.

Es dauerte nicht lange, da hörte ich, wie meine Mutter genervt rief: „Wo seid ihr denn alle? Kann nämlich jemand an die Tür öffnen?“ Ich verhielt mich ganz still, sollte doch mein Bruder mal aufmachen. Ein kleines bisschen schlechtes Gewissen hatte ich schon, denn ich wusste ja, dass meine Mutter auch mal Ruhepausen brauchte. Aber während ich noch so darüber nachdachte, hörte ich schon, wie sie durch den Flur zur Tür ging.

Sie öffnete und ich hörte Stimmen im Hauseingang. Meine Mutter unterhielt sich mit jemandem, es klang nach einer männlichen Stimme. Verstehen konnte ich nichts, aber es interessierte mich auch nicht. Erneut schaute ich aus dem Fenster und versuchte in den Wolkenbildern am Himmel Muster zu erkennen. War da nicht ein Drache?

5 Minuten später merkte ich, dass es im Haus sehr still geworden war. Ich lauschte, aber ich hörte keinen Laut. Irgendwie war das unheimlich. Eben noch war meine Mutter doch an die Haustür gegangen – jetzt hörte ich nichts mehr. Was waren das wohl für Besucher gewesen? Ein ungutes Gefühl beschlich mich. Die Härchen auf meinen Armen stellten sich auf. Ob das wohl Einbrecher gewesen waren? Hatten sie meine Familie überwältigt und waren gerade dabei, das Haus auszuräumen? Mein Herz klopfte laut. Vielleicht lebte ja keiner mehr?

Voller Angst sah ich mich nach einem sicheren Versteck um. So leise wie möglich schloss ich meine Zimmertür ab und kroch dann unter mein Bett. Es war staubig, und lag dann nicht auch eine Socke, wie ich schon länger vermisst hatte? Die, von meinem Lieblingsfußballverein? Egal. Jetzt geht es vielleicht um Leben und Tod. Ich hielt die Luft an und versuchte so leise wie möglich zu sein.

Während ich mich etwas weiter unter das Bett schob, bemerkte ich plötzlich etwas Hartes an meinem Bein. Es war mein Handy. Zuerst dachte ich, hoffentlich klingelt es jetzt nicht und verrät mich. Dann überlegte ich, wie es mir helfen könnte. Anrufen wollte ich niemanden, das war zu gefährlich. Aber da war doch diese Familienfunktion, die mir mein Bruder letztens aufgespielt hatte. Eine Ortungsfunktion. Mit zitternden Händen aktivierte ich mein Display und machte es so dunkel wie möglich. Dann aktivierte ich die Ortungsfunktion.

Da waren sie! Meine ganze Familie war im Garten! Was war das denn! Leise schlich ich ans Fenster und legte mein Ohr gegen die Glasscheibe. Da hörte ich sie. Sie klangen glücklich, fröhlich und überhaupt nicht ängstlich. Was war großer draußen los? Schnell klopfte ich den Staub von meiner Hose, schloss die Zimmertür auf und lief durchs Haus in den Garten. Da standen sie alle um die neue Hollywoodschaukel herum vom Lieferdienst gebracht worden war. Das hatte das Klingeln also zu bedeuten.

„Hi Leute“, wirklich entspannt. „Ihr hättet mir wirklich mal Bescheid sagen können!“ Und dann setzte ich mich in die Hollywoodschaukel und hoffte, dass niemand meine Angstattacke bemerkt hatte. Das nächste Mal gehe ich vielleicht an die Tür wenn‘s klingelt.