Selbstvertrauen für dein Schulkind: So vermeidest du das Trauma der schlechten Noten

Wer in der Grundschule oder auch in der weiterführenden Schule schlechte Noten geschrieben hat, plagt sich mit diesem Gefühl ganzes Leben herum, weil sein Selbstvertrauen und seine Selbstliebe darunter leiden kann. Besonders der Vergleich mit Klassenkameraden und Kameraden, die besser sind, kann dazu führen, dass sich Kinder auch als Jugendliche oder Erwachsene minderwertig fühlen.

Alle Eltern sollten vor der Einschulung unbedingt darauf achten, die Schule nicht in den schillernsten Farben zu schildern und dem Kind auch seine Grenzen aufzuzeigen. Wer glaubt, das mit dem Schulbeginn eine fantastische Zeit anfängt, der wird möglicherweise sehr enttäuscht. Manche Eltern vermitteln ihrem Kind, dass es einzigartig ist und alles erreichen kann, was es möchte. Mit dieser Vorstellung geht ein Erstklässler in die Schule, um dann oft festzustellen, dass es so einfach nicht ist.

Schule ist immer ein Konkurrenzkampf – das nagt am Selbstvertrauen

Vom ersten Tag an herrscht zwischen den Schülerinnen und Schülern Konkurrenzkampf. Es geht darum Freunde zu finden, von den LehrerInnen gemocht zu werden und gute Leistungen zu erbringen, alles für die Anerkennung der anderen. Gelingt das nicht, und hat das Kind keine ausgeprägte Frustrationstoleranz, kann es schon in der ersten Klasse Anzeichen von Verzweiflung entwickeln. Es hat einfach nicht gelernt, Fehler auszuhalten, Misserfolge zu akzeptieren und sich trotz fehlender Erfolgserlebnisse weiter anzustrengen. Diese Erfahrung ist schlecht für das Selbstvertrauen deines Kindes.

Selbstvertrauen
Selbstvertrauen wächst schon früh

Schlechte Noten können lebenslangen Einfluss haben

Forscher haben herausgefunden, dass schlechte Noten in der ersten Klasse unmittelbare Folgen für die Leistung der SchülerInnen in der Klasse sechs und sieben haben. Wenn Schülerinnen und Schüler der ersten Klasse die Fächer Rechnen und Lesen schwerfallen, so hat dies zur Folge, dass in der sechsten und siebten Klasse vermehrt depressive Anzeichen und fehlendes Selbstvertrauen, besonders bei Mädchen, festzustellen sind. Kinder mit schlechteren schulischen Leistungen als ihre MitschülerInnen haben immer das Gefühl, dass schulische Unterschiede in der Leistungsfähigkeit auch in Zukunft bleiben.

Wie können Eltern diese negativen Folgen vermeiden?

Zunächst einmal sollten sie versuchen, die Schule als das, was es ist, zu erklären. Ein Ort, an dem Kinder etwas lernen können, dass die folgenden Jahre zu ihrem Alltag gehören und gespickt sind mit Herausforderungen. Schule hat positive und negative Komponenten, das sollten Kinder von Anfang an wissen. Fehler und Misserfolge kratzen dann nicht gleich an ihrem Selbstvertrauen. Dabei ist es wichtig, dass ihre Erwartungen nicht zu hoch sind. Schließlich müssen sie sich, wie alle anderen Erstklässler, erst einmal an die neue Lebenssituation gewöhnen. Gar nicht einfach und für nicht wenige Kinder ein schwieriger Weg. Aber wer sich durchbeißt, hat es leichter.

Ein Kind ist mehr als seine Noten

Es ist deshalb besonders wichtig, dass auch andere Talente und Begabungen dieser Kinder wie z. B. Sport oder Musik herausgestellt und gefördert werden. Die Mitgliedschaft in einem Verein beziehungsweise ein Hobby, dass dem Kind Spaß macht, sollte auch in der Grundschule selbstverständlich sein. Schlechte Noten dürfen nicht dazu führen, dass ein Hobby verboten wird. Wichtig, dass ein Kind seine Erfolgserlebnisse bekommt, egal in welchem Bereich. Prüfe deine Fehlerkultur.

Die Anstrengung zählt, nicht unbedingt das Ergebnis

Kinder sind sehr unterschiedlich und kommen mit verschiedenen Voraussetzungen in die erste Klasse. Einige werden sehr von ihren Eltern unterstützt, anderen fehlt diese Hilfe komplett. Manche haben schon sehr gute Vorkenntnisse, andere nicht. Auf dieser Grundlage können Noten nicht miteinander verglichen werden. Viel wichtiger ist es, wie sehr sich ein Kind angestrengt hat. Auf diesem Hintergrund kann eine Vier in Mathematik ein Grund zur Freude sein, eine Zwei in Deutsch allerdings Normalität.

Selbstvertrauen stärkt die positive Selbstwahrnehmung

Wir alle wissen, dass gute Noten nichts über den späteren Erfolg im Leben aussagen. Viel wichtiger ist es doch, Visionen zu entwickeln, sich für etwas zu begeistern, und das dann auch bis zum Ende durchzuziehen. Viele erfolgreiche und berühmte Persönlichkeiten waren in der Schule nicht besonders gut. Aber ihr Selbstbewusstsein war intakt, sie haben es geschafft, sich ihren Traum zu verwirklichen. Ganz egal, welche Noten sie auf diesem Weg begleitet haben.