TIMMS-Studie 2019: Hilfe, unsere Schüler*innen werden immer schlechter

Alle vier Jahre wird die international angelegte TIMMS-Studie durchgeführt. Dabei werden Grundschüler*innen am Ende der vierten Klasse auf ihre mathematischen und naturwissenschaftlichen Leistungen hin überprüft. Jetzt sind die Ergebnisse der Timms Studie vom Jahr 2019 veröffentlicht worden. Teilgenommen haben 300.000 Viertklässler*innen aus 58 Ländern.

TIMMS-Studie vergleicht Äpfel mit Birnen

In der Studie werden nicht nur die Schüler*innen, sondern auch die Eltern und Lehrer*innen befragt. Dabei geht es um deren Einschätzung der Leistungen, des Unterrichts und der schulischen Angebote. Natürlich haben die teilnehmenden Länder zum Teil ganz andere Lernstrukturen als wir hier in Deutschland. Deshalb macht es Sinn, die deutschen Ergebnisse mit den teilnehmenden europäischen Ländern abzugleichen. Die Referenz muss passen, um Aussagen treffen zu können.

TIMMS-Studie 2019

Deutschland sieht im Ländervergleich nicht gut aus

Doch leider sieht es auch im Vergleich mit europäischen Ländern für deutsche Jungen und Mädchen nicht besonders gut. Das Leistungsniveau der Viertklässler*innen in Mathematik und in den Naturwissenschaften ist gerade mal im Mittelfeld, liegt deutlich unter dem Mittelwert der anderen europäischen Länder. Das bedeutet, jedes vierte Grundschulkind in Deutschland verfügt nur über elementares mathematisches Wissen. Erschreckend, oder?

Die Asiaten und Skandinavier haben bei TIMMS-Studie die Nase vorne

Wesentlich besser schneiden in der TIMMS-Studie 2019 die ostasiatischen und skandinavischen Länder ab. Das Hauptproblem in Deutschland ist, dass die schwachen Schüler*innen nicht besser werden. Trotz zahlreicher Anstrengungen seitens der Bildungspolitik können sie Ihre Leistungen nicht verbessern. Die fehlende Unterstützung der Familien oder das niedrige Bildungsniveau der Eltern wirkt sich noch immer ganz stark auf die Leistungen der Kinder aus.

Zuwenig Lehrer*innen und zu viele Probleme

Außerdem stand Deutschland in den letzten Jahren vor großen Herausforderungen. Die Diversität in den Schulklassen ist stark gestiegen und die Digitalisierung weitgehend gescheitert. Auch der Lehrer*innen Mangel trägt dazu bei, dass die teilnehmenden Schüler*innen der TIMMS-Studie 2019 sich nicht verbessert haben. Doch was muss sich ändern? Und wird die nächste Studie zeigen, dass durch Corona noch mehr Kinder den notwendigen Bildungsstandard nicht erreicht haben?

Anspruch und Wirklichkeit klaffen auseinander

Andere Länder sind einfach besser darin individualisierten Unterricht zu halten. Ihre Diagnostik der unterschiedlichen Leistungsstände der Schüler*innen ist ausgefeilter und wird besser auf den Unterricht umgesetzt. Hier muss sich in Deutschland noch viel tun, besonders in der Aus- und Weiterbildung der Lehrer*innen. Mit einer guten individuellen Diagnostik können auch unterschiedliche Unterrichtskonzepte besser bereitgestellt werden. Kinder dort abholen, wo sie sind – das wollen Lehrer*innen eigentlich, aber es gelingt sehr oft nicht. Die TIMMS-Studie 2019 hat das erneut gezeigt.

Fazit: Es muss noch viel passieren

Mehr und besser ausgebildete Lehrerinnen, eine funktionierende Digitalisierung und die Individualisierung des Unterrichts sind drei wichtige Faktoren, die das deutsche Bildungssystem unbedingt umsetzen sollte. Nur mit einer gemeinsamen großen Anstrengung kann es gelingen, die mathematischen und naturwissenschaftlichen Fähigkeiten der Schülerinnen endlich zu verbessern und zu anderen, erfolgreichen Ländern auf zu stoßen.

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